Was war noch einmal das Zonenrandgebiet – nur noch ein Begriff, den schon viele nicht mehr kennen? Bis zum Mauerfall und der offiziellen Wiedervereinigung der deutsch-deutschen Staaten 1990 gehörte die Region um Braunschweig wie auch sonstige Gebiete in Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Bayern mit Grenzverläufen zur DDR zum "Zonenrandgebiet". Dreißig Jahre nach Mauerfall, Grenzöffnung und Wiedervereinigung zwischen den nach dem 2. Weltkrieg politisch und geografisch getrennten deutschen Staaten waren die Mitglieder des Museumsvereins eingeladen, in ihre Archive ebenso wie in die Gegenwart und damit auch in die Zukunft zu blicken. Die eingereichten Beiträge aus dem Bereich der Farb- und Schwarzweißfotografie stellen aktuelle geografische und gesellschaftliche Realitäten, Überreste und sonstige Verweise auf die Geschichte in der Umgebung von Braunschweig und in anderen Abschnitten des ehemaligen Verlaufes der deutsch-deutschen Grenze aus unterschiedlichen Zeitabschnitten dar.

Dass Grenzerfahrungen mit Blick auf politische Systeme heute auch über Deutschland hinaus erkennbar sind, stellt ein weiterer Beitrag mit einem Bild aus Korea vor. Darüber hinaus sind Blicke auf Zonen und Grenzen auch im häuslichen Alltag möglich und werden im Privaten in Mauern, Toren und Absperrungen oder Zäunen sichtbar, wo sie zum Alltag eines Sicherheitsdenkens gehören, bei dem das Private mehr verriegelt als geschützt vor der Außenwelt erscheint. Und auch Innenräume und Gegenstände bergen Zonen und Grenzen. 28 Mitglieder des Museumsvereins, die sowohl in Braunschweig wie auch in anderen Städten Deutschlands leben, beschäftigten sich in unterschiedlicher Weise mit der Thematik „Zonenrandgebiet“. Ihre Arbeiten werden in der Ausstellung vorgestellt.

Die Ausstellung wird von Führungen mit Beteiligten und zwei Sonderveranstaltungen im Rahmen der Jour Fixe-Reihe begleitet.