20/21sec Interferenz
Modus Operandi ist eine auf maximale Präsenz ausgelegte analoge Doppel-Dia-Projektion.
Sie lässt Fotografen kollidieren, die nicht zusammen gehören, aber zusammen Wirkung entfalten. Die Mechanik zweier Projektoren steuert einen Vorgang des kontinuierlichen Wechsels, bei dem jeweils zwei Bilder aufeinandertrefen. Sie stehen monumental und anonym nebeneinander, in nur einmaliger direkter Verbindung zueinander. Unterschiedliche Zeitintervalle verschieben die Bildpaarungen derartig, daß sich eine Wiederholung erst nach 12Std einstellt.

81x81 Dias
In einem mehrere Monate andauernden Prozess ohne inhaltliche Vorgaben waren die Künstler*innen aufgefordert, Bildmaterial in einen Bildpool einzuspeisen. Während regelmäßiger Screenings wurde an Bildauswahl und Anordnung gearbeitet, mit der Absicht eine kollektive Bildsprache zu generieren, die eine Lesart auf Metaebene zuläßt. Die rhythmische und verschobene Abfolge und andauernde Gegenwart von etwas Anderem bewirken eine tiefe Verzahnung einst isolierter künstlerischer Aussagen. Jedes Bild verschiebt die Bedeutung des anderen, bevor es verschwindet und durch ein anderes ersetzt wird.

E-6 Prozess
Die Verwendung des analogen Diapositivs als Bildträger verhilft jedem einzelnen Bild zu materieller Anwesenheit und Autonomie innerhalb der Gemeinschaftsarbeit. Zugleich bringt dieses Medium die qualitativen Unterschiede der verwendeten Techniken besonders deutlich zum Vorschein. Neben direkt auf Diaflm fotograferten Arbeiten fanden über den Weg der Reproduktion auch digitale und analoge SW- oder Farbbilder, Grafken, Objekte, Text und Performance Eingang in die Installation. Dieser Umstand verdeutlicht den integrativen Charakter der Fotografe und macht Modus Operandi zugleich zum Anschauungsobjekt ihrer unendlichen Möglichkeiten.

474m3 Bildraum
Die Projektion ist die einfachste Form der fotografschen Vergrößerung. Sie wiederholt den Vorgang der Aufnahme in umgekehrter Richtung und macht durch ihre Eigenschaften im Raum die dritte Dimension erfahrbar. Durch die korrespondierenden Proportionen von dunklem Ausstellungsraum zu lichter Bildfäche wird Modus Operandi gleichsam zu einer begehbaren Kamera, in der sich der*die Besucher*in überdimensionalen Bildbotschaften ausgesetzt sieht. Deren unvermitteltes Erscheinen und limitierte Verweildauer diktieren ihm*ihr eine besondere Art der Wahrnehmung.

Künstler*innen: Louisa Boeszoermeny, Viiri Linnéa Broo Andersson, Mateo Contreras Gallego, Tania Elstermeyer, Eva Friedrich, You Gu, Moritz Haase, Elizabeth Hepworth, Miji Ih, Frank Jimin Hopp, Jakob Ketzel, Lucia Krug, Gonzalo Ruelas, Schlack/Giménez, Joram Schön, Anouk Tschanz, Greta Wildhage, Asís Ybarra, Zerrahn Monty Meyer

SEEN BY #13 ist der dreizehnte Teil der Ausstellungskooperation der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin im Museum für Fotografe. Sie hat zum Ziel, kuratorische und künstlerische Strategien im Umgang
mit zeitgenössischer Fotografe neu zu denken.


Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag - Sonntag: 11:00 - 19:00 Uhr
Donnerstag: 11:00 - 20:00 Uhr 
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: smb.museum

Seen by #13: Modus Operandi, © Paul Soujon
15.11.2019 - 12.01.2020

Seen By #13: Modus Operandi

Museum für Fotografie

Jebensstraße 2
10623 Berlin