Magischer und Neo-Realismus aus den Niederlanden Werke aus der Sammlung des Museum Arnhem und von Louise te Poele

Die Ausstellung thematisiert die aufkommende Strömung der neuen Sachlichkeit und distanzierten Anschauung der Dinge in der Kunst der Zwischenkriegsjahre über die nationalen Grenzen hinweg. Der Magische Realismus ist, so Kunstkritiker Franz Roh 1925, ein Begriff zur Umschreibung der Gegenstandsmalerei des Nach-Expressionismus und somit ein alternativer Begriff zur Neuen Sachlichkeit. Der Magische und Neo-Realismus sind als Gegenbewegung zum Expressionismus zu verstehen. Er beschränkte sich aber nicht auf Deutschland, sondern entfaltete sich in den Niederlanden als eigenständige Strömung, wie in ganz Europa und in Amerika. Diese Bewegungen stehen nun vor ihrer Wiederentdeckung, da sie durch die entgegengebrachte Wertschätzung immer mehr als visionär angesehen werden, sich mit der komplexen politischen Situation ihrer Zeit auseinander gesetzt zu haben und die komplexen Aspekte der heutigen europäischen Gesellschaft vorwegnahmen.

Magischer und Neo-Realismus verdeutlichen die Verschmelzung von realer Wirklichkeit und darüber hinausreichender Realität, die in den ausgestellten Porträts und Stillleben sowie (Stadt-) Landschaften durchscheint. Die hintergründig-bedrohliche Gegenstandsmalerei enthält rätselhafte Bildelemente, die sie als magisch kennzeichnet und die Ergebnis einer eigenständigen Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der ‚Pittura Metafisica‘ sowie des gegenständlichen Surrealismus sind.

Die Malereien und Grafiken der in der Ausstellung vertretenden Künstlerinnen und Künstler Ali Goubitz, Nola Hatterman, Raoul Hynckes, Dick Ket, Pyke Koch, Jan Mankes, Johan Mekkink, Wim Schuhmacher, Charley Toorop und Carel Willink sind Leihgaben aus der Sammlung des Museum Arnhem, das sich auf den Magischen und Neo-Realismus spezialisiert hat. Entscheidend dafür war,dass der Künstler Dick Ket damals in der Nähe des Museums lebte und eine enge Beziehung zumKünstlerkreis der Stadt hatte. Hinzu kam, dass der ortsansässige Johan Mekkink ein Bewunderer von Kets Werk und seit 1950 Mitarbeiter des Museums war.

Die Werke der zeitgenössischen niederländischen Künstlerin Louise te Poele holen das Thema des Magischen Realismus zeitlich in die Gegenwart. In ihren Fotografien schafft sie unwirkliche, spannungsgeladene Bildatmosphären und Situationen, die an malerische Traditionen erinnern, aber sich durch ihre Mehrdeutigkeit der Wirklichkeit entheben.

Dank der großzügigen Leihgaben aus der Sammlung und der Kooperation mit dem Museum Arnhem sowie mit der Künstlerin Louise te Poele konnte diese Ausstellung realisiert werden.

Saskia Bak, die Direktorin des Museum Arnhem, zur Ausstellung WUNDERSAM WIRKLICHim Museum Haus Opherdicke:
„Der Umstand, dass das Museumsgebäude in Arnheim wegen des Umbaus geschlossen ist, bietet gleichzeitig die Gelegenheit, unsere Kernsammlung auswärtig zu zeigen. Nach dem Rijksmuseum sind Leihgaben nun im charmanten Museum Haus Opherdicke zu sehen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass dadurch die Kernsammlung umfangreich für den deutschen Sprachraum erschlossen wird. Dies ist ein guter Ausgangspunkt, um den niederländischen Realismus bei unseren östlichen Nachbarn eine größere Bekanntheit zu verschaffen. Wir versuchen daher, die Ausstellung weiter durch Deutschland reisen zu lassen.“

Anlässlich dieser Ausstellung erscheint ein begleitender Katalog im Verlag Kettler, Dortmund. Die Publikation ist für 25,- € im Museumsshop auf Haus Opherdicke erhältlich (Die Buchhandelsausgabe kostet 28,- €).


Öffnungszeiten während der Ausstellungen:
Dienstag - Sonntag: 10.30 - 17.30 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: haus-opherdicke