Industriedesign und Handwerk im Zeichen der Moderne

Josef Albers, Max Beckmann, Theodor Bogler, Max Burchartz, Werner Burri, Christian Dell, Lyonel Feininger, Otto Gleichmann, Werner Gothein, Werner Gräff, George Grosz, Erich Heckel, Margarete Heymann-Loebensten-Marks, Ludwig Hirschfeld- Mack, Irmgard Kiepenheuer, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Alfred Kubin, Carl Mense, Hans Merz, Else Mögelin, Laszlo Moholy-Nagy, Lucia Moholy-Nagy, Max Pechstein, Christian Rohlfs, Edwin Scharff, Karl Schmidt-Rottluff, Eberhard Schrammen, Wilhelm Wagenfeld, Franz Rudolf Wildenhain

Anders als Thüringen oder Sachsen-Anhalt gehört Brandenburg nicht zu den Bundesländern, die auf Anhieb mit dem Bauhaus in Verbindung gebracht werden. Bestenfalls die von Hannes Meyer und Paul Wittwer entworfene Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes bei Bernau, seit 2017 Weltkulturerbe der UNESCO, wird von Kennern der Materie in diesem Zusammenhang genannt. Begibt man sich jedoch auf Suche in Brandenburg und in der Lausitz, stößt man auf einige Orte, in denen Bauhäusler*innen deutliche Spuren hinterließen.

Die Ausstellung thematisiert diese bisher wenig beachtete Bauhausgeschichte mit zum Teil noch nie öffentlich gezeigten Exponaten. Leitende Fragestellung ist, welche besonderen Strukturen und Produktionsbedingungen den jeweiligen Ort attraktiv für die Künstler*innen machten. Im Fokus stehen dabei die genossenschaftlich organisierte Handwerkersiedlung Gildenhall bei Neuruppin, die Keramikproduktion in Velten und Marwitz nördlich von Berlin, Kooperationen mit der Römmler AG in Spremberg und mit der Glasindustrie in Weißwasser.
Innovative und avantgardistische Ideen der Bauhäusler*innen konnten auch und vielleicht gerade in der Provinz leichter Fuß fassen als in den Metropolen, da in mittelständischen Firmen ein hohes Innovationspotenzial herrschte. Überschaubare Strukturen und kurze Entscheidungswege schufen hervorragende Bedingungen für moderne Gestalter*innen, die mit ihren Produkten Designgeschichte schrieben.

Darüber hinaus thematisiert die Ausstellung Aktivitäten im Bildungsbereich in Frankfurt (Oder) mit der Pädagogischen Akademie. Dort unterrichtete Ludwig Hirschfeld-Mack angehende Lehrer im Sinne des Vorkurses des Bauhauses. Hinzu kommen die Initiativen des Müller & I. Kiepenheuer Verlags, der sich auf vielfältige Weise für die Propagierung von Bauhausideen einsetzte.

Die einzelnen Kapitel der Schau behandeln unterschiedliche Aspekte der vielfältigen Bauhausgeschichte. Es entfaltet sich ein breites Spektrum, in dem das utopische Potenzial der einflussreichsten Kunstschule des 20. Jahrhunderts verdeutlicht wird. „DAS Bauhaus gibt es nicht“ schreibt der Kunsthistoriker Wulf Herzogenrath zu Recht. Vielmehr hat die Institution in mehreren Phasen verschiedene Ideen und Konzepte hervorgebracht. Die Studierenden nahmen jeweils unterschiedliche Impulse an der Kunstschule auf und verarbeiteten diese in ihrer späteren beruflichen Tätigkeit. In der Ausstellung lassen sich zahlreiche dieser Facetten des Phänomens Bauhaus als eine bislang „Unbekannte Moderne“ in Brandenburg nachvollziehen.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: blmk.de

Ludwig Hirschfeld-Mack, Pädagogische Puppenstube, 1924, Leihgabe aus Privatbesitz © Nachlass Künstler
26.10.2019 - 12.01.2020

Unbekannte Moderne. Das Bauhaus in Brandenburg

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst - Dieselkraftwerk

Uferstraße / Am Amtsteich 15
03046 Cottbus