Die Sonderausstellung »Platzhirsche. Jagd und Diplomatie« im Hessischen Landesmuseum widmet sich der Jagd und ihrer gesellschaftlichen und politischen Funktion in der frühen Neuzeit. Die in Kooperation mit der Hessischen Hausstiftung, dem Museum Schloss Fasanerie, Eichenzell und dem Museum Jagdschloss Kranichstein entstandene Ausstellung ist vom 27.09.2019–12.01.2020 zu sehen.

Große Politik wird nicht nur an Verhandlungstischen gemacht. Auch heute noch spielt der informelle Austausch am Rande von Kultur- oder Sportereignissen eine wichtige Rolle für die Vertrauensbildung unter Politikern. In der Frühen Neuzeit bot die Jagd einen solchen informellen Begegnungsrahmen.

Am Beispiel von fünf Jagdereignissen aus drei Jahrhunderten widmet sich die Ausstellung am Bespiel der Landgrafschaft Hessen-Kassel dieser gesellschaftlichen und politischen Funktion der Jagd. Vorgestellt werden Anlässe und Teilnehmer, aber auch typische Jagdarten in der Frühen Neuzeit, etwa die sog. »Eingestellte Jagd«.
Prunkvolle Waffen und Ausstattungsgegenstände spiegeln den repräsentativen Anspruch von Gastgeber und Gästen wider. Kuriose Trinkgefäße, Gemälde und Porzellangruppen vermitteln zudem einen Eindruck vom Ablauf solcher Jagden.
Einen Ausstellungshöhepunkt bilden mehrere Zeichnungen aus dem aufgelösten Jagdskizzenbuch Valentin Wagners aus dem Jahr 1633. Humorvoll schildert Wagner darin eine »Sauhatz« während des Dreißigjährigen Krieges.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Kooperationsprojekts »Höfische Jagd in Hessen. Ereignis – Privileg – Vergnügen« statt und umfasst neben Beständen der MHK auch Objekte der Kooperationspartner Hessische Hausstiftung, Museum Schloss Fasanerie, Eichenzell und Museum Jagdschloss Kranichstein sowie Leihgaben des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Mittwoch: 10:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 - 20:00 Uhr
Freitag - Sonntag: 10:00 - 17:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: museum-kassel.de