Die estnische Künstlerin Kris Lemsalu (*1985, EE) schafft Skulpturen, Installationen und Performances, in denen scheinbar widerstreitende Dualitäten miteinander verschmelzen – das Tierreich mit der Menschheit, die Natur mit dem Künstlichen, das Schöne mit dem Abstoßenden, Leichtigkeit mit Schwere und das Leben mit dem Tod. Aus Tierkörpern, Porzellan und in der Natur vorgefundenen Materialien wie Fell, Leder, Muscheln, Wolle und Papier entstehen theatralische Installationen, die die Betrachter*innen in eine irrationale Fantasiewelt entführen. Lemsalus Installationen dienen als Bühne für Performances, in denen die Künstlerin eins wird mit ihren Skulpturen und jegliche Grenzen zwischen Subjekt und Objekt verschwinden. Erinnerungen an mythologische Erzählungen werden in Lemsalus Arbeiten in die Oberfläche der Objekte – die Artefakten oder Nebenprodukten moderner Zivilisation gleichen – eingeschrieben.

Seit der Performa 17 arbeitet Kris Lemsalu mit dem in New York lebenden Künstler und Multi-Instrumentalisten Kyp Malone (*1973, US) zusammen, um erweiterte Installationen und Performances mit Skulptur, Keramik, Animation, performativen Elementen sowie Musik und Klang zu schaffen. In ihrer neuen, eigens für die KW konzipierten Arbeit entwickelt das inzwischen verheiratete Duo eine groß angelegte Installation, die das gesamte dritte Obergeschoss einnehmen wird. Als Bühne für verschiedene Performances werden die Grenzen zwischen Objekten, Körpern und Handlungen verschwimmen und ein lebendiges Raumkontinuum entsteht.

Kris Lemsalu Malone & Kyp Malone Lemsalu, 2019, Foto: Eric Martin
29.02. - 03.05.2020

Kris Lemsalu Malone & Kyp Malone Lemsalu: Love Song Sing-Along

KW Institute for Contemporary Art

Auguststraße 69
10117 Berlin