Am 22. April vor 75 Jahren starb die wohl bedeutendste deutsche Künstlerin der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Käthe Kollwitz (1867–1945). Bereits zu Lebzeiten besitzt ihr Werk weltweite Strahlkraft. Eine Vielzahl ihrer eindringlichen Zeichnungen, Druck-graphiken und Skulpturen entsteht in direkter Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen – Glücksmomenten ebenso wie Schicksalsschlägen. Zwei Ausstellungen ehren die Künstlerin im kommenden Jahr, indem sie den Blick nun auf jeweils unterschiedliche persönliche Aspekte ihres Œuvres lenken.

»Liebe und Lassenmüssen des Geliebtesten, und es halten – immer dasselbe«, sinniert die Kollwitz im Januar 1915 in einem Brief an ihren Sohn Hans. Wie ein roter Faden zieht sich neben ihrer sozial und politisch motivierten Graphik die künstlerische Reflektion von alltäglichen, privaten und auch intimen Momenten durch ihr Lebenswerk.

Das Käthe Kollwitz Museum Köln, das am 40. Todestag der Künstlerin gegründet wurde und im Jahr 2020 auf sein 35-jähriges Bestehen zurückblickt, schöpft mit beiden Präsentation aus dem eigenen, umfangreichen Sammlungsbestand. Im Fokus stehen dabei neben den bekannten Meisterwerken der Künstlerin jeweils selten ausgestellte Blätter – zeichnerische Einblicke in ihren Alltag, die von Liebe und Leid, von Freunden und Familie ebenso wie von biographischen Wendepunkten in ihrem Leben erzählen.