Hannsjörg Voth (geboren 1940) ist seit den 1970er Jahren für seine Aufsehen erregenden Land-Art-Projekte bekannt. Das Von der Heydt-Museum widmet dem in München und Niederbayern lebenden Künstler eine umfassende Werkschau (24. März – 13. September 2020). Acht seiner Großprojekte werden anhand von Zeichnungen, Modellen und Fotografien dokumentiert, deren ästhetischer Reiz und baulicher Anspruch auch heute noch staunen lassen. Im Gang durch die Ausstellung lassen sich die Projekte, deren Existenz begrenzt war, heute nacherleben. 

Mit einem besonderen Gespür für den Ort und das Material erschuf Voth Großskulpturen, die wie wahrgewordene Utopien erscheinen. Kosmische und archaische Ideen und Symbole zeichnen diese ebenso aus wie eine besondere Aufmerksamkeit für die Beziehung von Mensch und Natur – ein zeitloses und gerade heute wieder höchst aktuelles Thema. Die Arbeit „Feldzeichen“ (1975 in Ingelsberg, Oberbayern) war die erste im Außenraum konzipierte und durchgeführte Aktion. Darauf folgten u. a. die viel beachteten Projekte „Reise ins Meer“ (1978), „Boot aus Stein“ (1978-1981) und die in Marokko errichtete „Himmelstreppe“ (1980-1987).

Ingrid Amslinger hat in ihren Schwarz-Weiß-Fotografien einen zurückgenommenen und zugleich eindringlichen Weg gefunden, die Projekte festzuhalten. Neben den Großprojekten Voths präsentiert die Ausstellung freie Zeichnungen und Aquarelle sowie Materialbilder, die während Voths Aufenthalten in der marokkanischen Marha-Ebene entstanden sind. Der Zeichnungszyklus „Jenseits der Zeit“ besticht durch eine fast poetische Ausdruckskraft und verhandelt existenzielle Fragen, die der Künstler packend umsetzt.