Vielen scheint die Gegenwart heute unbegreiflich und nicht zu fassen. Während wir uns täglich mit neuen Gegenwartsdiagnosen konfrontiert sehen, die sich in Schlagworten wie digitalem Wandel, postfaktischem Zeitalter, Migrationsgesellschaft oder Klimakrise verdichten, kommt uns die Erfahrung von Augenblick und Zeitgenossenschaft abhanden. Gestern, Heute und Morgen fallen ineinander. Die Zukunft ereignet sich bereits in der Gegenwart, die mit der Vergangenheit noch nicht abgeschlossen hat. Die Gegenwart erscheint uns entweder endlos oder ganz im Verschwinden.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Ausstellung Unsere Gegenwart, wie sich Künstler*innen auf die Gegenwart beziehen und welche Form sie ihr geben. Die präsentierten Werke adressieren unter anderem Themen wie Körperlichkeit, Identität, Politik oder Technologie. Unter Einbezug verschiedener kultureller Kontexte, im Bewusstsein eines gemeinsamen, medialen Raums und in ihrer Verbindung von Vergangenheit und Zukunft eröffnet die Ausstellung den Betrachter*innen eine Multiperspektive auf unterschiedliche Vorstellungen von Gegenwart heute.

Mit Beiträgen von Eric Baudelaire, Pauline Boudry / Renate Lorenz, Forensic Oceanography / Forensic Architecture, Geumhyung Jeong, Hanne Lippard, Basim Magdy, Frida Orupabo, Wong Ping, Clemens von Wedemeyer sowie Werken aus den Sammlungen des Museum für Gegenwartskunst von Charles Atlas, Francis Bacon, John Baldessari, Bernd und Hilla Becher, Vajiko Chachkhiani, Simone Forti, Terry Fox, Lucian Freud, Bernhard Fuchs, Rupprecht Geiger, Dan Graham, Katharina Grosse, Hans Haacke, Hans Hartung, Lena Henke, Candida Höfer, Nancy Holt, Joan Jonas, Isaac Julien, Aglaia Konrad, Maria Lassnig, Jochen Lempert, Sol LeWitt, Gordon Matta-Clark, Giorgio Morandi, Bruce Nauman, Nam June Paik, Otto Piene, Sigmar Polke, Charlotte Posenenske, Yvonne Rainer, Bridget Riley, Andrea Robbins/Max Becher, Emil Schumacher, Antoni Tàpies, Diana Thater, Niele Toroni, Cy Twombly, Stephen Willats und Fritz Winter. 


MGKWalls: Nora Turato
Die neue, ortspezifische Ausstellungsreihe MGKWalls stellt zwei prominente Museumswände in den Mittelpunkt einer Jahrespräsentation: die Eingangswand im Foyer des Museums sowie die große LED-Wand an der Außenfassade, welche die Architektur des Museums programmatisch zur Stadt öffnet und seit Eröffnung des Museums ein markantes Kennzeichen des Gebäudes bildet.
 
Nora Turato (*1991 in Zagreb, Kroatien) ist als erste Künstlerin eingeladen, die MGKWalls über den Zeitraum von 12 Monaten mit einer großformatigen Wandmalerei und wechselnden digitalen Collagen auf der Fassade zu bespielen. Ihr Werk basiert wesentlich auf angeeigneten Text-Bild-Fragmenten, die täglich in den sozialen Medien und den Newstickern unserer Smartphones zirkulieren. Die parallele, dynamische Präsentation verbindet den analogen mit dem digitalen Raum des Museums.