Schillernde Bühnenstars, das illustre Nachtleben, aber auch die Menschen am Rande der Gesellschaft in den legendären 1920er-Jahren in Berlin werden von ihr festgehalten. Als scharfsinnige Beobachterin begegnet Jeanne Mammen (1890–1976) der Welt, die sie umgibt. Dabei wird in ihren virtuosen Zeichnungen und Gemälden besonders das Subtile sichtbar – Nähe und Entfremdung, Sehnsucht und harter Alltag werden nuancenreich gezeigt. Nach 1933 verließen viele Freund*innen das Land, Jeanne Mammen blieb in Berlin und ging in eine innere Emigration. Dass auch Hamburg für Mammen ein besonderer Ort war, spiegelt sich in den zahlreichen Darstellungen der Stadt und ihres Hafens. In der Ausstellung im Kunsthaus wird diesem Themenkomplex eine Etage gewidmet. Motivisch und stilistisch ist Mammens Bandbreite groß, sie entwickelt ihre Darstellungsarten konsequent weiter. Nach 1945 wird ihr Werk abstrakt. Die umfassende Ausstellung zeigt Arbeiten aus über 60 Jahren.