Zum Verhältnis von Natur und Hightech in der zeitgenössischen Kunst

Im aktuellen Diskurs um die Zukunft der Menschheit rückt zunehmend die Gefahr ins Zentrum, die von Umweltzerstörung und insbesondere den Folgen des Klimawandels für das Überleben unserer Spezies ausgeht. Globale politische Bewegungen fordern einen sofortigen ökologischen Paradigmenwechsel auf allen Ebenen der Gesellschaft. Die Rolle, die Technologie dabei spielen kann und sollte, wird kontrovers diskutiert.

Ob Künstliche Intelligenz, Blockchain-Technologie, Big Data oder Bioengineering – sind technologische Innovationen ein Schlüssel zur Rettung unserer Umwelt oder ist diese Hoffnung naiv und auf mangelndes Verständnis neuester Technologien zurückzuführen? In einer Flut von widersprüchlichen Informationen über den Zustand der Welt und angesichts des rasanten technologischen Fortschritts wird es zunehmend schwieriger, den Status Quo zu evaluieren. In eine Endzeitstimmung ähnlich der Zeit vor hundert Jahren mischen sich Gefühle von Aufbruch und Untergang, Euphorie und Ohnmacht, Dekadenz und Weltschmerz. Die internationale Gruppenausstellung „Survival of the Fittest“ zeigt 10 künstlerische Positionen, die sich in unterschiedlichen Medien dem komplexen und oft auch widersprüchlichen Verhältnis von Natur und Hightech nähern. In Fotografie, Computersimulation, Plastik, Video, Installation und Performance wird das diskursive Feld weit gesteckt.

So sind unter anderem Anna Dumitriu & Alex May mit ArchaeaBot vertreten, einer „ultimativen“und überlebensfähigen Spezies für eine postapokalyptische Zeit. Die Arbeit Asunder des Künstlertrios Tega Brain, Julian Oliver & Bengt Sjölen ist ein Supercomputer mit einem speziell entwickelten neuronalen Netzwerk, der radikale, datenbasierte Lösungsvorschläge für Klimaherausforderungen macht. James Bridle, Künstler und Autor des Buchs New Dark Age, präsentiert den Cloud Index der die Wetterbedingungen über England mit den Prognosen zu Brexit- Wahlergebnissen in Korrelation setzt.

Von dekonstruktiv-kritischen Positionen über optimistische Zukunftsperspektiven bis hin zu phantastischen Visionen einer Wiederverzauberung der Natur wird der Frage nachgegangen, wie sich unser Verhältnis zur Umwelt in Zukunft gestalten lässt. Die Ausstellung begegnet der wachsenden Komplexität des Themas mit ungewöhnlichen und kreativen Perspektiven, die die Grenzen des Erwartbaren verschieben.

Teilnehmende Künstler*innen:
Christina Agapakis (US) & Alexandra Daisy Ginsberg (UK) & Sissel Tolaas (NO), Tega Brain (AU) & Julian Oliver (NZ) & Bengt Sjölen (SE), James Bridle (UK), Simon Denny (NZ), Anna Dumitriu (UK) & Alex May (UK), Futurefarmers (International), Páll Ragnar Pálson (IS) & Andreas Greiner (DE), Paul Seidler (DE) & Paul Kolling (DE) & Max Hampshire (UK), Jonas Staal (NL), und Pinar Yoldas (TR).


Aufgrund der aktuellen Lage und der allgemein verschärften Sicherheitsmaßnahmen rund um SARS-CoV-2 bleibt das Kunstpalais und somit auch die aktuelle Ausstellung „Survival of the Fittest. Zum Verhältnis von Natur und Hightech in der zeitgenössischen Kunst“ ab 14.3.2020 bis auf Weiteres geschlossen. Auch das geplante Rahmenprogramm kann vorerst nicht stattfinden.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: kunstpalais.de