In den letzten Jahren ist das Interesse zeitgenössischer Künstler*innen am Material, an (kunst)handwerklichen Verfahren, am Experimentieren mit Material und Techniken auffällig gewachsen. Dabei entstehen Arbeiten, die sich auf kunsthandwerkliche, volkstümliche, künstlerische Traditionen sowie zeitgenössische und technologische Diskurse gleichermaßen beziehen. Der Umgang dieser Künstler*innen mit vormodernem, tradiertem bzw. lokalem Wissen, mit diversen Materialien und Verfahren ist nicht abschottend, sondern öffnend – hin zu anderen Kulturen, zur modernen und zeitgenössischen Kunst. Lokale Formen des Wissens und globaler Wissenstransfer werden verbunden. Die Bedeutung und Wertschätzung des Handwerks als ein wesentlicher Bestandteil kultureller Identität und vor allem das Gemeinschaft stiftende Potenzial von kunsthandwerklichen Traditionen wird mit sozialen und ökonomischen Verhältnissen in einer globalisierten Welt zusammengedacht. Mit diesem Ansatz fordern Künstler*innen auch gegenwärtige politische Instrumentalisierungen von Heimat, Volk, Volkskunst und Tradition heraus. Es scheint sogar so zu sein – so die These der Ausstellung –, dass dieser globalisierte Blick zu einer Sensibilisierung im Hinblick auf handwerkliche Spezifika und den potenziellen Verlust von altem und lokalem Wissen führt.

In der Ausstellung werden Werke von Azra Akšamija, Olivier Guesselé-Garai, Plamen Dejanoff, Olaf Holzapfel, Antje Majewski, Jorge Pardo, Slavs and Tatars, Haegue Yang und Johannes Schweiger präsentiert.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Kunsthaus Graz realisiert.