Der Villa Romana-Preis ist der älteste Kunstpreis in Deutschland und wird seit 1905 verliehen. Zu den Preisträgern zählten u.a. Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Georg Baselitz, Anna Oppermann, Michael Buthe und viele weitere KünstlerInnen, die die Kunstgeschichte der Moderne geprägt haben. Der Villa Romana-Preis wird jedes Jahr an vier KünstlerInnen verliehen, die in Deutschland leben. Ihnen steht ein Studio-Appartment im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz zur Verfügung und sie erhalten ein Barstipendium. Am Ende ihres Aufenthalts konzipieren sie gemeinsam eine Publikation.

Die KünstlerInnen Jeewi Lee, Christophe Ndabananiye, Lerato Shadi und Viron Erol Vert sind die Villa Romana-Preisträger 2018. Sie haben von Februar bis November 2018 in der Villa Romana in Florenz gelebt und gearbeitet.

Jeewi Lee arbeitet in ihren ortsspezifischen Rauminstallationen, Aktionen und Bildserien arbeitet sie mit performativen oder alltäglichen Ereignissen, die im Werk nur als Spur wahrgenommen werden können. Die Spur zeugt von Bewegungen (im urbanen Raum wie in Ausstellungsräumen) und reflektiert zugleich ihren eigenen Produktionsprozess.
Christophe Ndabananiye thematisierte in einer Folge von Selbstportraits traumatische Erfahrungen von Flucht, Familie, Heimat, Muttersprache. Inzwischen ist der Schuh als Verkörperung von individueller Bewegung und Schwerkraft an die Stelle des Portraits getreten. Ndabananiye fotografiert unbekannte Schuhe in seiner Heimat Kongo und portraitiert sie in Installationen und malerischen Interventionen. In seinen neuen Malereien setzt er die Erinnerungsarbeit auf Papier und Styroporplatten fort.

Lerato Shadi beschäftigt sich mit Körperpolitiken, mit dem Körper der Frau, der schwarzen südafrikanischen Frau. Dabei geht es um institutionelle Gewalt, patriarchale und koloniale Strategien des Ausschlusses und Vergessens und resistente subjektive Narrationen. Shadi arbeitet in verschiedenen Medien (Zeichnung, Performance, Film).

Viron Erol Vert beschäftigt sich in seinen Objekten und Installationen mit Narrativen der mediterranen Geschichtsschreibung und übersetzt Charaktere in seine optischen Codes. In der Galerie Wedding installierte Vert jüngst ein Dreamatory, einen künstlerischen Schlafraum, in dem die Besucher ihren Träumen Raum im Alltag geben können.

Die 2018er Jury des Villa Romana-Preises bestand aus dem Künstler Nasan Tur und Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Direktor von SAVVY Contemporary, Berlin und Curator at Large der documenta 14.

06.06. - 20.09.2020

Villa Romana 2018

Kunstverein in Hamburg

Klosterwall 23
20095 Hamburg