Wie wurden der Eiffelturm, der Grand Canyon, das Schloss Neuschwanstein oder die Stadt Venedig zu „Sehenswürdigkeiten“, also zu einem berühmten Reise- ziel, das man einmal selbst erleben und betrachten möchte? Im Wesentlichen durch Bilder. Angefangen bei den frühen Darstellungen der antiken Weltwunderbis hin zu den Touristenfotos auf Instagram verbreiten sich inzwischen weltweit Bilder von visuell attraktiven„Sights“. Sie wecken den Wunsch, genau dort hinzu- reisen, diesen besonderen Ort selbst zu sehen – und heutzutage, dort möglichst ein Selfie zu machen. Gleichzeitig werden in der Auswahl der Motive und der Art der Darstellung auch künstlerische Haltungen sichtbar und ästhetische Prinzipien demonstriert.

Die Ausstellung betrachtet dieses Phänomen und widmet sich der zentralen Frage nach den Wechsel- wirkungen zwischen den Sehenswürdigkeiten und ihrer bildlichen Darstellung. Was erzeugt die Popularität, welche Bilder gehen in das kollektive Gedächtnis ein? Wie wichtig ist die politische oder symbolische Bedeutung eines Ortes? Welche Rolle spielten die historischen Entwicklungen des Reisens und der Techniken der Bildreproduktion?

Die Ausstellung umfasst rund 150 Werken und lädt dazu ein, Sehenswürdigkeiten von der Akropolis bis zum Brandenburger Tor mit anderen Augen zu betrachten.

Courbet, Felsenküste bei Étretat, 1869
08.02. - 06.09.2020

Sight Seeing. Die Welt als Attraktion

Kunsthalle Emden

Hinter dem Rahmen 13
26721 Emden