Mit dem Ausstellungsprojekt »Jetzt! Junge Malerei in Deutschland« unternehmen das Kunstmuseum Bonn, das Museum Wiesbaden, die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser und die Deichtorhallen Hamburg den Versuch, den aktuellen Stand des Mediums Malerei zu bestimmen. Ziel ist es, einen gültigen Querschnitt durch die junge, in Deutschland entstandene Malerei zu geben und dabei alle Erscheinungsformen des Mediums ohne konzeptuelle oder ideologische Einschränkungen zu berücksichtigen.

Nicht erst seit dem Aufbruch der Romantik um 1800 gilt die Malerei in Deutschland als führende Disziplin der Kunst. Die Nation der Malerfürsten des ausgehenden 19. Jahrhunderts treibt bis heute die Entwicklung der Malkunst international voran und ist mit Künstlern wie etwa Gerhard Richter, Anselm Kiefer, Georg Baselitz oder Albert Oehlen weltweit angesehen. Die vier kollaborierenden Museen, die sich besonders der Malerei verpflichtet fühlen, stellen die nächste Generation wichtiger Maler*innen in Deutschland vor. Gezeigt werden rund 500 Werke von 53 Künstler*innen, die der Generation der heute Vierzigjährigen angehören. Im Kunstmuseum Bonn, dem Museum Wiesbaden und den Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser werden alle teilnehmenden Künstler*innen mit jeweils mindestens drei Arbeiten parallel vom 19.09.2019 - 19.01.2020 ausgestellt. Eine Auswahl aller Werke wird vom 14. Februar bis 17. Mai 2020 in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen sein.

Gezeigt werden Künstler*innen, welche die Malerei im klassischen Sinne als Tafelbild, oder als Bild auf der Wand gegenwärtig weiterentwickeln. In einem Auswahlprozess, der die Kurator*innen über ein Jahr lang in Ateliers in der gesamten Bundesrepublik führte, entstand eine aus fast 200 Namen herausgearbeitete Künstler*innenliste, welche die Vielfalt und Qualität des künstlerischen Schaffens in Deutschland abbildet. Schwerpunkte der Recherche waren die klassischen Akademiestandorte, u. a. Leipzig, Dresden, München, Stuttgart, Karlsruhe, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und Berlin, in deren Umfeld sich herausragende junge Maler*innen etabliert haben.

Zum ersten Mal seit der deutschen Wiedervereinigung soll mit der Ausstellung der Versuch unternommen werden, einen möglichst umfassenden Überblick über die gegenwärtige Malerei in Deutschland zu geben. Ohne inhaltliche Beschränkung, jedoch mit Fokus auf klassische Bildtraditionen und deren Befragung soll die Aktualität dieser Gattung überprüft und im besten Falle bestätigt werden.

Zur Ausstellung erscheint eine umfassende Publikation im Hirmer Verlag, die neben einführenden Essays und Kurztexten zu den teilnehmenden Künstler*innen auch eine umfangreiche Auswahl der gezeigten Werke enthält.


KÜNSTLER*INNEN:
Mona Ardeleanu, Israel Aten, Paula Baader, Lydia Balke, Cornelia Baltes, Jagoda Bednarsky, Viola Bittl, Peppi Bottrop, Andreas Breunig, Paul Czerlitzki, Benjamin Dittrich, Jens Einhorn, Jenny Forster, Pius Fox, Max Frintrop, Sabrina Fritsch, Ina Gerken, Fabian Ginsberg, Gregor Gleiwitz, Lukas Glinkowski, Sebastian Gögel, Henriette Grahnert, Dana Greiner, Vivian Greven, Toulu Hassani, Sabrina Haunsperg, Franziska Holstein, Aneta Kajzer, Sumi Kim, Maximilian Kirmse, Li-Wen Kuo, David Lehmann, Benedikt Leonhardt, Florian Meisenberg, Monika Michalko, Hannes Michanek, Simon Modersohn, Bastian Muhr, Anna Nero, Moritz Neuhoff, Vera Palme, Alexander Pröpster, Franziska Reinbothe, Daniel Rossi, Markus Saile, Moritz Schleime, Jana Schröder, Daniel Schubert, Kristina Schuldt, Alicia Viebrock, Stefan Vogel, Jonas Weichsel, Tristan Wilczek