Eine Ausstellung mit Meisterwerken des Expressionismus aus den drei Sammlungen Frieder, Hubert und Franz Burda. In einer Inszenierung des amerikanischen Malers Carl Ostendarp.

Was die Eltern Aenne und Franz Burda sammelten, förderte die Begeisterung der drei Brüder Franz, Frieder und Hubert für die Kunst. Eine Leidenschaft fürs Leben entstand.
Gesichter leuchten in starkem Pink, Körper räkeln sich in grellem Gelb, schwarze Ränder fassen die Flächen holzschnittartig ein: Es ist der deutsche Expressionismus, dem die Farben ihre Emanzipation von den Dingen und der Wirklichkeit verdanken, der sie in den Dienst des unmittelbaren subjektiven Ausdrucks von Emotionen, von Seelenwelten und Welterfahrung stellt. Von Max Beckmann über Ernst Ludwig Kirchner bis zu Gabriele Münter: Es ist genau auch der deutsche Expressionismus, dem die drei Brüder Franz, Frieder und Hubert ihre erste Begegnung mit Kunst verdanken. Die Sammlung der Eltern, beide erfolgreiche Verleger und Medienunternehmer in Offenburg, lässt sie die unmittelbare Macht der Farben erleben – als ein Versprechen auf eine faszinierende Welt hinter und mit den Bildern. Und gleichzeitig bestärkt und befeuert die Sammlung die drei Brüder auch, sich vom elterlichen Erbe zu emanzipieren und ihren eigenen Weg in die Kunst ihrer Zeit zu finden.

Die Ausstellung im Museum Frieder Burda spürt den Wurzeln der Sammlungstätigkeit der drei Brüder nach und zeigt zugleich die individuellen Entwicklungslinien ihrer persönlichen Begeisterung für Kunst auf. Damit schlüsselt sie auch auf, was ein Leben mit und für die Kunst bedeuten kann. Sie wurde noch zu Lebzeiten von Frieder Burda geplant und spiegelt seinen großen persönlichen Wunsch wider, die Kunst der drei Geschwister einmal in seinem Museum in einer gemeinsamen Ausstellung zu vereinen.– Den Auftakt der Ausstellung bildet das bekannte Gruppenporträt „The Three Gentlemen“ der dreiBrüder Burda von Andy Warhol, der amerikanischen Pop Art-Legende.

Expressiv und farbig ist auch die Inszenierung der Ausstellung, die die klassisch weiße Architektur des Gebäudes von Richard Meier der Macht der Farben umwidmet. Dazu wurde der amerikanische zeitgenössische Maler Carl Ostendarp (geboren 1961 in Massachusetts) eingeladen. Seine Wandmalerei baut auf ein ausgeklügeltes Farbkodierungssystem. Gleichzeitig zitiert er einen flächigen Comic-Stil, der die Farbe voll zur Geltung kommen lässt, indem er sie wie eine delikate Glasur von der Decke laufen lässt. Die davor angebrachten Werke erscheinen als zentrale Etappen im Verlauf dieser imaginären Lebenslinien mit all ihren Höhen und Tiefen. Sie fügen sich ein in die spielerisch entstehenden Kurvungen und Amplituden und werden so humorvoll in ihrer Wirkung bereichert und gesteigert. Und das gesamte Museum verwandelt sich in einen für den Betrachter unmittelbar erlebbaren, umfassenden Farbkosmos.