Franz Marc hat fünfzehn Skulpturen geschaffen, eine kleine, aber wichtige Werkgruppe, die parallel zu seinem malerischen und graphischen Oeuvre entstand. Marcs Skulpturen spiegeln die wechselnden Interessen und Themen des Künstlers. So modelliert Marc seine große Schafsplastik und einzelne Schafe 1906 – 1908, als er die Sommermonate auf der Staffelalm verbringt. Seine bekannteste Skulptur, "Zwei Pferde", entsteht 1909, während er seinen Text „Über das Tiermotiv in der Kunst“ schreibt. Nach Marcs Umzug von München nach Sindelsdorf, wo die im Haus lebenden Katzen ihm im Atelier Gesellschaft leisten, arbeitet Marc an einer Katze in Stein.
Marc setzt sich mit der zeitgenössischen Skulptur auseinander. So ist bei seinem großen Akt in Bronze der Einfluss Auguste Rodins unverkennbar. Ebenso deutlich wird aber sein neuer Ansatz bei der Tierplastik. Im Unterschied etwa zu August Gauls Skulpturen, die die Tiere in einer natürlichen Haltung zeigen, sind die Darstellungen Marcs durch eine abstrakte Vorstellung geprägt. Position und Bewegung der Tiere fügen sich einem imaginären, übergreifenden Rhythmus der Natur ein.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Kunstmuseum Moritzburg in Halle. Beide Museen verfügen gemeinsam über fast alle Skulpturen, die Marc geschaffen hat. Dazu gehören auch die Entwürfe in Wachs, sowie seine Steinskulpturen. Dieser erstmalige Überblick über Marcs plastisches Werk wird zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Teil seines Oeuvres im Rahmen eines Studientages genutzt werden.