Robert Schad ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Stahlbildhauer. Er schafft aus massivem Vierkantstahl »Zeichnungen im Raum«. Linien entstehen dabei nicht durch Biegen und Verbiegen, sondern aus der Addition unterschiedlich langer, gerader Teile, die wie Glieder eines organischen Körpers verschweißt werden. Die zeichnerische Bewegung entfaltet sich in weiten Schwüngen und Bögen plastisch im Raum, die physische Schwere des massiven Stahls ist aufgehoben. Das Gerhard- Marcks-Haus zeigt eine Auswahl seiner zumeist großformatigen Arbeiten aus den letzten 20 Jahren und thematisiert die Wechselbeziehung zwischen seinen Stahlskulpturen und den Bewegungen des modernen Tanzes. Im Rahmen von TANZ Bremen (15. bis 23. Mai) präsentieren sich Tänzer und Choreografen mit ihren Performances im Gerhard-Marcks-Haus.

In seiner Kunst spricht der Künstler von Leichtigkeit und Bewegung. Dabei sind seine Skulpturen tonnenschwer und im öffentlichen Raum durchaus bis zu 34 Meter hoch. In Bremen am Kennedyplatz steht seine Großplastik »Romari« mit immerhin 5 Metern Höhe. Die Wirkung seiner Arbeiten im öffentlichen Raum ist ein wichtiger Aspekt seines Schaffens. Denn hier begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen Anschauungen, Erfahrungen und Interessen. Ab dem 19. April gibt es deshalb in Gröpelingen temporär an sechs zentralen und prominenten Orten seine monumentalen Skulpturen zu entdecken. Das Projekt in Gröpelingen lädt zu einem Dialog zwischen Kunst, Architektur und Stadtraum ein. Auch werden weitere Plastiken in einer eigenständigen Ausstellung in Knoops Park in Bremen-Nord zu sehen sein. Dabei stehen der Baumbestand und die naturnahe Umgebung im Fokus. Der Stahl wird der Natur gewissermaßen zurückgegeben. Die Galerie Kränholm zeigt außerdem eine Dokumentationsausstellung. In Kooperation mit Kultur Vor Ort in Gröpelingen zeigt Robert Schad im Atelierhaus Roter Hahn eine kleine Ausstellung mit Zeichnungen und zwei Skulpturen. (Eröffnung: 12. März, 16 Uhr).

Der 1953 in Ravensburg geborene Künstler lebt und arbeitet mittlerweile in Frankreich und Portugal. Seine Werke sind in vielen Museumssammlungen und im öffentlichen Raum in ganz Europa zu finden. Das Material ist für Schad Ziel, nicht Mittel. »Ich wollte wesenhafte Dinge bauen«. Wesenhaft – Ist beispielsweise das von ihm gemachte höchste Kruzifix der Welt im portugiesischen Wallfahrtsort Fátima. Oder eine schmale, hochragende Plastik im Dialog mit der Landschaft. Bei der Pressekonferenz anwesend sind der Künstler Robert Schad und der Direktor Arie Hartog. Ausstellungseröffnung: Sonntag, 15. März, 11.30 Uhr.

Zeitgleich zeigt das Gerhard-Marcks-Haus zwei weitere Ausstellungen. Im Obergeschoss: Kosmos Marcks: Jussuf Abbo – »Auf Augenhöhe« und im Pavillon: Martin Koroscha – »stream«.