Ute Mahler und Werner Mahler, seit 40 Jahren ein Paar, sind zwei herausragende deutsche Fotografen, die zur DDR-Zeit zu den stilprägenden Fotografen des Ostens zählten und heute wie damals ihre humanistische Sicht auf die Welt in unterschiedlichen, intensiven Fotoprojekten realisiert haben. Die gemeinsame Werkschau der beiden Fotografen präsentiert vom 26. Januar bis 16. August 2020 neben den bekannten Werkserien aus deutsch-deutscher Geschichte exklusiv eine neue gemeinsame Arbeit beider Künstler. Die Spannweite der Ausstellung reicht von sozialkritischen Reportagen über Landschaftsaufnahmen bis zu sensiblen Keine Situation schaffen, sondern die Situation erkennen ist das Credo der beiden Fotografen.

Seit 1974 arbeitet Ute Mahler (*1949 in Berka, Thüringen) als freiberufliche Fotografin, vornehmlich für die legendäre Zeitschrift »Sibylle« und nach der Wende u.a. auch für den »Stern«. Werner Mahler (*1950 in Boßdorf, Sachsen-Anhalt) setzt nach seinem Diplom 1978 sein Studium als Aspirant bis 1981 an der HGB Leipzig fort und arbeitet als freiberuflicher Fotograf u.a. für die Zeitschriften »Für Dich« sowie für »Sibylle«.

Nach dem Mauerfall gründen Ute Mahler und Werner Mahler mit anderen ostdeutschen Fotografen die erfolgreiche Agentur »OSTKREUZ«, der 2004 die Gründung der »OSTKREUZSCHULE für Fotografie und Gestaltung« (mit Thomas Sandberg) folgt. Seit 2000 lehrt Ute Mahler als Professorin für Fotografie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

Die Werkschau zeigt eindrucksvolle dokumentarische Serien wie »Berka«, »Abiturienten«, »Steinkohlenwerk Martin Hoop«, »Fans« von Werner Mahler und »Zusammenleben«, »Erotikprogramm«, »Brüder und Schwestern« und »Bomber« von Ute Mahler. Darüber hinaus sind Landschaftsaufnahmen von Werner Mahler und Prominentenporträts von Ute Mahler sowie beider Modeaufnahmen Teil der großen Werkschau in Rostock.

Nachdemdie beiden Fotografen rund 30 Jahre heweils ein eigendes Oeuvre geschaffen haben, arbeiten sie seit 2009 an gemeinsamen Werkgruppen. Auf die Arbeit "Monalisen der Vorstädte", die Mädchen in fünf Städten Europas zeigt, die sich in einem Stadium des Übergangs befinden, folgt die Serie "Wo die Welt zu Ende war" und "seltsame Tage". In der Kunsthalle Rostock werden erstmals Arbeiten aus der neuen gemeinsamen Werkgruppe Kleinstadt ausgestellt. Diese Fotografien sind 30 Jahre nach der deutschen Einheit eine ganz besonder Dokumentation des Lebens in oft abwertende betitelten "struckturschwachen Gebieten" in allen Teilen Deutschlands. Die lakonisch präzisen Bilder fixieren die Zeit und denOrt, Sie erfassen die Idee einer Kleinstadt, die sich aus den Bildern vieler Kleinstädte zusammensetzt: Von Arzberg über Bitterfeld, Hofgeismar, Pasewalk, Simmern bis nach Wadern und Zehdenick. Die Zukunft der kleinen Städte entscheidet sich in den nächsten Jahren. Die Zukunft sind die Jungen, wenn sie gehen, stirbt die Kleinstadt.