Ein Buch zum Kunstwerk machen – das ist das Konzept von „Künstlerbüchern“. Diese Bücher können verschiedenste Gestaltungsformen annehmen: von Mappen mit lose eingelegten Einzelblättern über gebundene Bücher bis hin zu hybriden Formen, die vom Betrachter ausgebreitet und erkundet werden wollen. Einer der Vordenker zur „neuen Kunst des Büchermachens“ (1975), der Mexikaner Ulises Carrión, bezeichnet moderne Künstlerbücher seit den 1960er Jahren entsprechend als „Raum-Zeit“-Folgen: das Kunstwerk erschließt sich im fortlaufenden Betrachten der Seiten in Raum und Zeit.

Die konzeptuell angelegten Künstlerbücher der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehen über die Malerbücher vom Beginn des 20. Jahrhunderts weit hinaus: Bilder dienen nun nicht mehr – im Rahmen kostbarer Editionen – als Illustration für Texte, sondern Text und Bild haben sich emanzipiert zu eigenständigen Ausdrucksformen, die eng zusammenspielen und ihre Aussage- und Gestaltungsmöglichkeiten wechselweise intensivieren. Neben neuen Spielräumen für das literarische und bildnerische Schaffen versprachen Künstlerbücher nun eine Demokratisierung von Kunst, die über neue Vertriebswege frei zugänglich sein sollte.

Entsprechend greift die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Fach Kunstgeschichte der Universität Trier im Rahmen eines studentischen Projekts erarbeitet wurde, großenteils auf eine in der Graphischen Sammlung der Universität Trier als Dauerleihgabe verwahrte Künstlerbuchsammlung zurück. Ergänzt werden diese Exponate durch Objekte aus dem Bestand des Saarlandmuseums.

Die Präsentation umfasst insgesamt 27 Arbeiten von folgenden Künstlern: Pierre Alechinsky / Yves Bonnefoy, Gerhard Altenbourg, Karel Appel, Georg Baselitz, Eduardo Chillida / Yves Bonnefoy, Corneille / Arthur Rimbaud, Karl Fred Dahmen, Jim Dine / Oscar Wilde, Moritz Götze, Frieder Heinze / Olaf Wegewitz, David Hockney / Konstantinos Kavafis (Constantine P . Cavafy) , Alfred Hrdlicka / Christa Wolf, Alexandra Kardinar, Mimmo Paladino / Giuseppe Conte, Thomas Ranft / Ernst Jandl, Konrad Schmid / Ingo Cesaro, Emil Schumacher, K. R. H. Sonderborg, Antoni Tàpies / Octavio Paz, Heinz Trökes, Max Uhlig / Wulf Kirsten, Timm Ulrichs / Georg Büchmann und Günther Uecker.

Um die vielfach raumgreifenden Werke möglichst umfassend zu präsentieren, gliedert sich die Ausstellung in zwei Teile mit jeweils eigenem Auftritt.
Laufzeit Teil 1: 15.5.-16.8.2020 / Laufzeit Teil 2: 29.8.-29.11.2020

Bereitstehende Tablets ermöglichen den Besucher*innen das digitale Durchblättern aller Exponate.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der alle Exponate vollständig abbildet und erläutert.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr 
Mittwoch: 10:00 - 20:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: kulturbesitz.de

Jim Dine, The Picture of Dorian Gray, 1968, Lithografien und Radierungen, Graphische Sammlung des Fachs Kunstgeschichte der Universität Trier © Jim Dine, 2020
15.05. - 29.11.2020

aufgeblättert – ausgebreitet: Künstlerbücher

Saarlandmuseum - Moderne Galerie

Bismarckstraße 11-15
66111 Saarbrücken