Um neue Perspektiven auf die Fluxus-Bewegung zu gewinnen, zeigt das museum FLUXUS+ nach der coronabedingten Schließung eine Umhängung seiner Werke. FLUXUS – reloaded: neue Perspektiven in der Dauerausstellung. Der Fokus liegt dabei auf einzelnen Künstler_innen: Als Fluxus-Förderin bot Mary Bauermeister in den späten 1950er Jahren in ihrem Kölner Atelier zahlreichen Fluxus-Künstlern bereits in jungen Jahren eine Bühne. Daraus entstanden künstlerische Koope­ratio­nen und Kontakte. Als Künstlerin hatte sie selbst großen Erfolg, in einer Zeit, in der dies für Frauen nicht selbstverständlich war. Die Schau zeigt eine Auswahl ihrer Werke unterschiedlichster Medien und Techniken. Der Koreaner Nam June Paik trat in Mary Bauermeisters Atelier mit seinen Performances auf. Der ausgebildete Komponist wurde für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Videokunst und als Fluxus-Künstler bekannt. Ben Patterson, ebenso Fluxus-Künstler der ersten Stunde, war wie Paik klassisch ausgebildeter Musiker. Er machte sich Gedanken über visuelle Partituren und prägte den Begriff der „Neuen Musik“ sowohl in Europa, als auch in seiner Heimat, den USA. Der US-amerikaner Emmett Williams kam bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg als Soldat nach Europa. Er prägte die Fluxus-Kunst von der literarischen Seite her und lebte bis zu seinem Tod mit seiner Frau Ann Noël in Berlin. Seine typografischen Bilder sind ebenso bekannt wie seine „little men“, die als lustige Zeichen durch die Welt toben. Wolf Vostell ist in der Sammlung des Museums prominent vertreten. Die Präsentation reicht von konzeptuellen Arbeiten der 1960er Jahre über Dokumentationen seiner Happenings, bis hin zu Skulptur und Malerei der 1990er Jahre. Die Besucher_innen sind dazu eingeladen, einen Überblick über die Sammlungsbestände zu bekommen und eine spannende Avantgardebewegung kennen zu lernen.