In Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Oldenburg präsentiert das Stadtmuseum Oldenburg die Sonderausstellung „75 Jahre Kriegsende. Erinnerungskultur in Oldenburg“. Die Ausstellung wird für Besucherinnen und Besucher zugänglich sein, sobald das Museum nach der Corona-bedingten Schließung wieder öffnen kann und läuft voraussichtlich bis zum 2. August 2020 im Schauraum des Stadtmuseums. „Bis dahin werden wir einige digitale Angebote machen, um bereits während der Schließzeit Einblicke in die Ausstellung geben zu können: etwa ein Video-Grußwort von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Zeitzeugenberichte und einen kurzen Film aus den Ausstellungsräumen“, erklärt Dr. Steffen Wiegmann, Leiter des Stadtmuseums. Die Angebote sind in Zusammenarbeit mit der NWZ, Schwarzseher Film und Oldenburg eins entstanden und sowohl auf der Website des Stadtmuseums als auch auf dessen Facebook-Seite nach und nach abrufbar.

Zur Ausstellung
Während der Zweite Weltkrieg offiziell am 8. Mai 1945 mit der Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde in Berlin beendet wurde, endete der Krieg in Oldenburg bereits einige Tage zuvor: Am 3. Mai 1945 besetzten kanadische Truppen die Stadt Oldenburg. Die Einnahme erfolgte kampflos. Eine „Verteidigung“ und eine damit verbundene hohe Anzahl an Opfern blieb der Stadt in Anbetracht der unvermeidbaren Niederlage des NS-Regimes erspart. Oldenburg blieb weitestgehend unzerstört. Den Jahrestag des Kriegsendes nimmt das Stadtmuseum zum Anlass, die Ereignisse dieser Tage vor 75 Jahren zu dokumentieren und gleichzeitig den Wandel der Erinnerungskultur bis heute nachzuzeichnen. Anhand verschiedener Archiv-Dokumente geht die Ausstellung der Frage nach, wie in der Vergangenheit an das Kriegsende erinnert wurde, welche Rolle die Erinnerung für die kollektive Identität spielte, und inwiefern sich die Gedenkkultur gewandelt hat.

Zeitzeugen gesucht
Im Rahmen der Ausstellung „75 Jahre Kriegsende“ sucht das Stadtmuseum weitere Zeitzeugen. „Wenn Sie die Zeit des Zweiten Weltkrieges, dessen Ende oder die Zeit des Nationalsozialismus in Oldenburg erlebt haben, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf. Wir möchten Ihre Erinnerungen festhalten, damit auch andere einen Einblick in die vergangene Zeit erhalten“, so Steffen Wiegmann. Auch Objekte und Erinnerungsstücke, wie Fotos, Briefe, Tagebücher oder Lieder, die für die Zeitzeugen ein Stück Geschichte symbolisieren oder sogar als Glücksbringer während des Krieges gedient haben, können vorgestellt werden. So bleibt die Geschichte ein Stück weit lebendig und kann auch späteren Generationen anschaulich vermittelt werden.