Das Kunstmuseum Singen feiert Geburtstag! Vor dreißig Jahren, am 18. Mai 1990 eröffnet, hat sich das Museum mit der Vermittlung klassisch moderner und zeitgenössischer Kunst aus der internationalen Vierländerregion Bodensee und aus dem deutschen Südwesten ein klares, eigenständiges Profil erarbeitet. Längst hat es sich zu einem führenden Kunstmuseum im westlichen Bodenseeraum entwickelt und etabliert. Seit der Eröffnung wurden über 200 Ausstellungen gezeigt, war das Haus Initiator und Partner unzähliger Projekte sowie „Basisstation“ für zahllose Kunstprojekte in Singens öffentlichen Raum.

Die Jubiläumsausstellung »30 Jahre. Kunstmuseum Singen.« legt den Fokus bewusst auf die eigene Sammlung, die inzwischen rund 5000 Kunstwerke von knapp 630 Künstlern aus dem Zeitraum von 1900 bis heute umfasst.

In der repräsentativen Ausstellung gehen Hauptwerke aus der Sammlung, die zum Teil jüngst konservatorisch oder restauratorisch bearbeitet wurden, mit jüngsten, noch nie gezeigten Erwerbungen, Schenkungen und Dauerleihgaben neue Konstellationen ein und öffnen den Betrachterinnen und Betrachtern so inspirierende Perspektiven auf die historisch gewachsene Sammlung. Im Mittelpunkt stehen Werke der »Höri-Künstler«: Otto Dix, Erich Heckel, Max Ackermann, Julius Bissier oder Curth Georg Becker (um nur einige Namen zu nennen) sowie Arbeiten aus der Sammlung »Zeitgenössische Kunst der Euregio Bodensee«, vertreten durch Künstler wie Harald F. Müller, Peter Mell, Klaus Prior, Friedmann und Hans Hahn, Ralph Fleck oder Werner Pokorny.

Der Fokus auf der Sammlung soll nicht zuletzt unsere Besucher, aber auch die Singener Bürger hinweisen auf die enge Verzahnung der Sammlungs- mit der Ausstellungskonzeption des Kunstmuseums Singen. Von Beginn an entwickelt das Haus seine kunsthistorischen Ausstellungen aus der Sammlung, gehen Werke aus aktuellen Ausstellungen in die zu erweiternde Sammlung ein, werden Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, deren Werke sich in der Sammlung finden und die das Museum seit Jahren in ihrer künstlerischen Entwicklung begleitet. Steht eine Sammlung im Zentrum des Museums, so leitet sich daraus aber auch eine besondere Verpflichtung für die vorrausschauende Bewahrung und für die konservatorisch-restauratorischen Pflege der Kunstwerke ab. Seit Jahren bereitet das Team des Kunstmuseums Singen zusammen mit der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg und freien Restauratoren seine Sammlung für die Zukunft auf. Auch diesen Aspekt der eher >>stillen<< Museumsarbeit dokumentiert die Jubiläumsschau.

So sind erstmals beide Entwürfe von Otto Dix und Curth Georg Becker für jenes Glasgemälde eines Hl. Martin zu sehen, das die Stadt Singen 1952 als Dank für die in der Notzeit nach Kriegsende geleistete Unterstützung an die Stadt Schaffhausen schenkte. Eine Mappe der Badischen Secession, einer Künstlereinigung, in der mehrere >>Höri-Künstler<< Mitglied waren, wird erstmals – frisch passepartouriert – vorgestellt. Gemälden und Aquarellen der Spätexpressionisten aus unserem Raum werden konservatorisch aufbereitete Gemälde vergleichbarer Maler aus dem deutschen Südwesten gegenübergestellt, deren Werke aus den >>Singener Kunstausstellungen<< angekauft wurden.

In der zeitgenössischen Abteilung dominieren aktuell eher >>wilde<<, ausdrucksstarke Arbeiten auf Leinwand und Papier. Im Zentrum steht die Schenkung mehrerer großer Papierarbeiten des Künstlers Peter Mell (*1939), der lange Zeit im Allgäu lebte und am See wirkte, bevor er nach Thüringen verzog. Weitere kritische Arbeiten von Felix Droese, Markus Daum, Tom Leonhardt, Klaus Prior oder Wolfgang Isle gruppieren sich ebenso darum, wie expressive Landschaften von Ralph Fleck oder Hans und Friedemann Hahn. Die Serie der Gouachen des verstorbenen, deutsch-schweizerischen Malers René Acht (1920- 1998), dessen Nachlass teilweise Eingang in die Sammlung fand, weist voraus auf eine Retrospektive über diesen Maler, die das Kunstmuseum Singen aktuell mit weiteren Museen erarbeitet. Und auch die ortsbezogene, über den Kunstverein Singen vermittelte Serie >>Unterwegs in Singen<< des (Licht-) Künstlers Roger Aupperle (*1960) wird erstmals vollständig gezeigt. Zwei Werke des Graphikers Rolf Urban (*1958) finden nach langer Zeit – restauratorisch bearbeitet – den Weg zurück aus dem Depot in die Ausstellungsräume.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 14:00 - 18:00 Uhr
Samstag - Sonntag: 11:00 - 17:00 Uhr
Feiertag wie Wochentag

Weitere Informationen direkt unter: kunstmuseum-singen.de

Innenansicht Kunstmuseum Singen - Erdgeschoss, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
22.03. - 13.09.2020

30 Jahre. Kunstmuseum Singen

Kunstmuseum Singen

Ekkehardstraße 10
78224 Singen