Auch für Künstler ist der Lebensraum Wattenmeer ein Faszinosum – mit Sand, Schlick und Watttieren, aber auch den Herausforderungen, die dem Leben an der Küste durch den Klimawandel bevorstehen.

Reiner Maria Matysik, dessen Werke sich zwischen Kunst und Wissenschaft bewegen, entwickelt für die Kunsthalle Wilhelmshaven die Ausstellung KOMM, NIMM MICH, in der es um die mächtige Kraft des Wassers, die Künstlichkeit der Trennung von Wasser und Land sowie den stetig ansteigenden Meeresspiegel geht.

Zu sehen sind große Skulpturen mikroskopisch kleiner Radiolarien; Glas-Wasser-Objekte, die den Tidenhub verbildlichen; Aktionen; Performances und Erlebnissituationen für Betrachter*innen im Kontakt mit dem Watt und der See. Es entstehen Arbeiten am Grenzbereich von Fiktion und Realität und es wird spekuliert über die Frage einer Öffnung der Deiche und das Leben an der Küste nach der großen Flut. Die Ausstellung hat Werkstattcharakter und so wird eine Gruppe Design-Student*innen aus Halle die Kunsthalle im Mai für eine Woche in ein Laboratorium verwandeln.

KOMM, NIMM MICH ermöglicht den direkten Kontakt zwischen Mensch und Kunstwerk. Die Ausstellung ist eine Einladung zur völligen Aufnahme.

In Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer findet zudem das künstlerisch-wissenschaftliche Symposium DIE PERIPHERIE IST DAS ZENTRUM statt (16. Mai) sowie eine Exkursion zum Langwarder Groden.

Reiner Maria Matysik ist seit 2016 Professor für Dreidimensionales Gestalten /Material.Form.Objekt an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Zu seinen Arbeiten gehören zukünftige Lebensformen, eine cloud machine und ein wolkenfänger, mit dem er den Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung des Duisburger Bahnhofsvorplatzes gewann. Seine Werke zeigte er unter anderem im Gerhard-Marcks-Haus, Bremen; Staatliche Kunsthalle Baden-Baden; Georg Kolbe Museum Berlin; Martin-Gropius-Bau, Berlin; Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn und bei der EMSCHERKUNST, Ruhrgebiet.