Im Sommer zeigt das Horst-Janssen-Museum traditionell eine Janssen-Ausstellung mit Werken aus dem eigenen Bestand. In diesem Jahr lautet das Thema „Veränderte Sichten: Horst Janssen und die Architektur“. Bereits in den 1950er Jahren zeichnet Horst Janssen Straßenzüge und Häuser seiner Hamburger Umgebung. Auch in seinen Holzschnitten werden Backsteinmauern, Dächer und ganze Straßenzüge seines unmittelbaren Umfeldes zum Thema. „Mönckebergstraße“, „Baumwall“, „Speicherstadt“ nennt er seine Werke. Oftmals ist es der Blick durch das Fenster, welcher den überwiegend Zuhause arbeitenden Janssen fasziniert.

Schließlich erweitert sich der Blick des Künstlers durch Reisen nach Skandinavien,  ins Tessin oder nach Paris: Mal ist es die Landschaft, in der lediglich eine Brücke oder ein Zaun Janssens Interesse weckt, dann wieder sind es die aufwändig gestalteten Häuserfassaden von Paris, die ihn zu Architekturskizzen reizen. „In späteren Zeichnungen und Aquarellen gelingt es Janssen, unsere Sichtweisen auf Gegenstände zu verändern“, sagt Kuratorin Antje Tietken und erläutert: „Eine Radnabe sieht plötzlich aus wie der schiefe Turm von Pisa oder winzige Kieselsteine werden zu Küstenfelsen. Allein durch die Beigabe architektonischer Elemente werden kleine Dinge im Verhältnis plötzlich ganz groß.“

Das Thema Architektur begleitet Janssen während seiner gesamten Schaffenszeit in allen Techniken. Neben den Zeichnungen und Aquarellen sind es Druckgrafiken und Fotografien, die zudem Einblicke in sein persönliches Wohnumfeld geben. 

Die Schau wird in den Sommermonaten vom 30. Mai bis 13. September 2020 in der zweiten Ausstellungsebene des Horst-Janssen-Museums präsentiert. Die Werke sind bis auf wenige Ausnahmen dem museumseigenen Bestand entnommen.