Die Erzählung des Vergangenen gehört zu den wichtigsten Instrumenten, um uns der Gegenwart und unserer Identität zu versichern. Dies gilt auch und gerade für die Kunst, die Geschichte und Erinnerung in entlarvende, dabei offene und vieldeutige Bilder fasst. Die Ausstellung zeigt die Vielfalt künstlerischer Auseinandersetzung mit historischen Themen anhand von Werken aus der Sammlung der Kunstmuseen Krefeld. Mit wenigen Ausnahmen – dazu zählen die Arbeiten der frühen Chronistin sozialer Ungerechtigkeiten Käthe Kollwitz – konzentriert sie sich auf Kunst, die nach dem Ende des Kalten Krieges entstanden ist. Die Umwälzungen um 1989 markieren eine grundlegende gesellschaftspolitische Zäsur, die auch zu neuen ästhetischen Denkweisen geführt hat. Ob der Abriss des Palastes der Republik, ein fiktiver Moment der Biographie von Robert Oppenheimer, eine TV- Dokumentation über das Hauptquartier der Mormonen oder ein gefilmtes Interview ohne Ton aus der kommunistischen Jugend der eigenen Mutter – gemeinsam sind vielen Werken Motive wie Monument, Ruine, Erinnerung, Fundstück und Rekonstruktion. Zwischen Dokumentation und Inszenierung, symbolischer Aufladung und ironischer Brechung entfaltet sich ein Spektrum möglicher Umgangsweisen mit Geschichtsbildern.

Gemeinsam mit Sharon Ya’ari. The Romantic Trail and the Concrete House bildet die Ausstellung einen Dialog über den künstlerischen Umgang mit historisch aufgeladenen Orten und kollektiver Erinnerung.

Mit Werken von: Allora & Calzadilla, Lothar Baumgarten, Christian Boltanski, Mike Kelley/Paul McCarthy, Käthe Kollwitz, Iñigo Manglano-Ovalle, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Anri Sala, Thomas Schütte, Thomas Struth, Luc Tuymans, Jeff Wall, John Wesley