Anlässlich des 50. Todestages des Stuttgarter Malers Uwe Lausen zeigt die Staatsgalerie sein Werk erstmals in Stuttgart und setzt es in Verbindung zu den künstlerischen Fotoarbeiten seiner Frau Heide Stolz. Sie lebten als Künstlerpaar und waren dennoch Individualisten in der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Aufbrüchen der 1960er-Jahre. 

Inszenierung, Provokation, Tabubrüche, Gewalt – die Werke des Künstlerpaares Uwe Lausen und Heide Stolz sind in den 1960er-Jahren ohne Entsprechung. Sie entstehen in einer Zeit, in der eine neue Generation mit bisher nicht gekannter Vehemenz mit traditionellen Konventionen abrechnet.

Uwe Lausen ist gebürtiger Stuttgarter (1941-1970), Heide Stolz (1939-1985) wächst in Kupferzell auf. Sie lernen sich in München kennen, werden ein Paar, gründen eine Familie und schaffen jeder für sich und im Austausch miteinander ein künstlerisches Werk, das vom Widerspruch zur Nachkriegsgesellschaft geprägt ist. Die Fotografien von Heide Stolz und die Bilder und Papierarbeiten von Uwe Lausen erzählen von der Rolle des Einzelnen im sich wandelnden gesellschaftlichen Kontext der Bundesrepublik der 1960er-Jahre, aber auch vom künstlerischen Austausch und gegenseitiger Beeinflussung. Heide Stolz und Uwe Lausen finden dabei – beeinflusst von der Pop Art ebenso wie von der Ästhetik des Neuen Deutschen Films – eine klare, scharfe und unverwechselbare Bildsprache, die bis heute weder formal noch thematisch etwas von ihrer Aktualität eingebüßt hat.

Selima Niggl, Kuratorin der Ausstellung sagt: »Über 50 Jahre nach seiner Entstehung begegnen wir in dieser Ausstellung einem extrem dichten Werk, das Heide Stolz und Uwe Lausen in nur 10 Jahren hinterlassen haben und das nicht nur ein untrügliches Bild seiner Zeit wiedergibt, sondern auch heute noch, wo alles möglich und vieles langweilig geworden scheint, das Potential zur Provokation birgt.«

Uwe Lausens Arbeiten wurden vom Land Baden-Württemberg bereits zu Lebzeiten des Künstlers angekauft und die Staatsgalerie hat diesen Bestand über die Jahre erweitert. Neben Arbeiten auf Papier sind allein fünf Gemälde im Bestand. Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie freut sich: »Uwe Lausen und Heide Stolz sind in ihren künstlerischen Arbeiten wichtige Zeitzeugen der gesellschaftlichen Umbrüche der 1960er-Jahre, die heute wieder ganz aktuell sind.«

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit den Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser, wo sie vom 15.11.2020 bis 7.2.2021 gezeigt wird.

Die Ausstellung ist gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung.