Die Arbeiten des britischen Künstlers, Filmemachers und Autors John Akomfrah (*1957 in Accra, Ghana) zeichnen sich durch bildmächtige Recherchen zum Postkolonialismus, zu Erfahrungen im Umfeld globaler Migration und durch Meditationen über die weltweite ökologische Zerstörung aus. Sie weisen komplexe simultane Erzählstrukturen auf, die den Fundus kollektiver Erinnerungen befragen und in der schichtweisen Überblendung von Archivmaterial, eigenen Aufnahmen, Naturpanoramen und strukturierendem Sound höchste Wahrnehmungsintensitäten erzeugen. 

Im Museum Kurhaus Kleve zeigt John Akomfrah sein bisher ambitioniertestes Projekt: die einstündige 6-Kanal-Video-Projektion Purple aus dem Entstehungsjahr 2017. Sie wurde bisher gezeigt in der Barbican Art Gallery London, im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza Madrid, im Bildmuseet Umeå, im Museo Coleção Berardo Lissabon, im Institute of Contemporary Art Boston, im Museum of Contemporary Art Garage in Moskau und hat nun in Kleve ihre deutschlandweite Premiere. Diese Arbeit kreist in eindringlichen Bildern und hypnotischen Sound-Schleifen um Aspekte des Klimawandels und dessen Auswirkungen auf menschliche Gesellschaften. Gleichwohl erschöpft sie sich nie in politischen Verlautbarungen, sondern wirkt als audiovisueller Assoziationsstrom heutiger Weltdurchdringung.