Von Beginn an hat sich die Sammlung Grässlin nicht nach dem Mainstream gerichtet, sondern Arbeiten von Künstlern zusammengetragen, die sich gegen die bestehenden künstlerischen und gesellschaftlichen Konventionen gerichtet, sie in Frage gestellt und dadurch erweitert und verändert haben. Es hat sich jedoch gezeigt, dass eben die Werke von Künstlern wie Günther Förg, Georg Herold, Martin Kippenberger, Meuser, Albert Oehlen oder Markus Oehlen, deren Qualität und künstlerischer Gehalt in den 1980er-Jahren oft genug in Frage gestellt wurde, Eingang in die Kunstgeschichte gefunden haben. Die spitzfindigen, banalen und oft auch mit Sarkasmus und (schwarzem) Humor durchtränkten Werke der 1980er-Jahre sind in den RÄUMEN FÜR KUNST zahlreich vertreten. 

Darunter befinden sich Schlüsselwerke wie beispielsweise Familie Hunger (1985) von Martin Kippenberger, Bär mit Auszeichnung(1997), eines der mittlerweile zu Ikonen gewordenen grauen Bilder von Albert Oehlen, oder aber der legendäre Fragentopf(1984) von Fischli & Weiss. Diese inhaltlich geprägten Arbeiten treffen auf Exponate von Künstlern, die in den 1980er-Jahren eher einen konzeptuellen Ansatz verfolgten. Dazu zählt Günther Förg, der die Malerei, die Bildhauereiund die Fotografie nutzte, um die Errungenschaften der Moderne und Postmoderne Revue passieren zu lassen oder Christopher Williams, der mit Hilfe der Fotografie die Wirkkraft des Bildes in der spätkapitalistischen Gesellschaft des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts untersucht und analysiert.

Insbesondere die künstlerische Praxis von Christopher Williams kann als Bindeglied zwischen den konzeptuellen Werken der 1980er-Jahre und den kontextbezogenen Ansätzen der 1990er-Jahre gesehen werden. Denn mit Kai Althoff, Cosima von Bonin, Michael Krebber, Tobias Rehberger oder Heimo Zobernig sind in der Ausstellung Künstlerinnen und Künstler vertreten, die sich in den 1990er-Jahren vordergründig den sozialen, kulturellen, formalen und ideologischen Kontexten widmeten, in denen das System Kunst operiert.

Anhand der Werke von Georg Baselitz und Imi Knoebel lassen sich die beiden Entwicklungs-linien, das expressiv Inhaltliche und das Konzeptuelle, bis zu zwei bedeutenden Künstlern der 1960er- und 1970er-Jahre zurückverfolgen. 

Im Plenarsaal des Rathauses von St. Georgen und in zahlreichen Schaufenstern der RÄUME FÜR KUNST hat mit Julian Heuser, Rachel von Morgenstern, Julian Turner, Alicia Viebrock und Sebastian Volz zudem die jüngste Künstlergeneration der Sammlung Grässlin ihren großen Auftritt, die sich an der gesamten Palette formaler und medialer Möglichkeiten bedient, um ihre künstlerischen Visionen zu verwirklichen. Hier trifft der Besucher sowohl auf abstrakte Malereien als auch auf figurative Bilder oder die Installation House of Flowersvon Julian Turner, ein neuinterpretierter Nachbau des Mausoleums des jugoslawischen Diktators Josip Broz Tito. Somit wagt die Sammlung Grässlin mit der Ausstellung HITPARADE – WERKE AUS DER SAMMLUNG auch einen Ausblick darauf, was die Hits von morgen sein könnten.

Außerdem sind Dauerinstallationen folgender Künstler zu sehen:
Michael Beutler, Asta Gröting, Erich Hauser, Kalin Lindena, Reinhard Mucha, Ulrich Rückriem, Franz West, Joseph Zehrer


Öffnungszeiten
nach Vereinbarung

Informationen zum Besuch der Ausstellung:
Telefon 07724 / 91 61 805 oder info@sammlung-graesslin.eu

Der KUNSTRAUM GRÄSSLIN und die RÄUME FÜR KUNST können mit einem geführten Rundgang besichtigt werden. Einige der externen RÄUME FÜR KUNST können auch ohne Führung besichtigt werden.

Weitere Informationen direkt unter: sammlung-graesslin.eu