1921 zieht Elena Liessner-Blomberg (1897 – 1978) von ihrer Geburtsstadt Moskau nach Berlin. In Berlin erlebt sie die Goldenen Zwanziger und wird hier – nach einem Aufenthalt in Bayern während des Zweiten Weltkriegs – die längste Zeit ihres Lebens verbringen. Liessner-Blombergs künstlerische Wurzeln liegen jedoch in Moskau, die russische Avantgarde ist zeitlebens prägend. Sie studierte an den WChUTEMAS, den neu gegründeten Höheren Künstlerisch-Technischen Werkstätten. Über die Zeit in Moskau schreibt sie rückblickend in ihrem Tagebuch: „Es war Hunger und Kälte, und es war Bürgerkrieg. Man war aber jung, und man malte kubistisch. Weil einem die Welt offen stand. Man machte keine Theorien und hatte keine Regeln, aber sehr intensive Richtung – nach vorne.“ Der Einfluss des Kubismus und der russischen Avantgarde trifft in den Arbeiten der Künstlerin auf ihre Faszination für Menschen und für Tanz, Theater und Mode. Die Ausstellung legt mit rund 60 Arbeiten den Fokus auf ihr vielfältiges zeichnerisches Werk – vor allem der 1920er-Jahre.