Das Buchheim Museum feiert den 140. Geburtstag von Fritz Bleyl mit einer Leihgabe seiner Enkelin Edda Bleyl. Das Gemälde war noch nie öffentlich ausgestellt und Edda Bleyl freut sich, dass es nun für fünf Jahre den Besucherinnen und Besuchern des Buchheim Museums präsentiert werden kann.

Fritz Bleyl ist einer der vier Gründer der Künstlervereinigung »Brücke«. Er trennte sich jedoch nach zwei Jahren von der Gruppe und wählte statt eines unsteten und ungewissen Künstlerdaseins ein geregeltes bürgerliches Leben. Nichtsdestotrotz gab er seine Kunst niemals auf. Er wählte einen künstlerischen Lehrberuf, promovierte bei Cornelius Gurlitt in Dresden und nutzte seine Freizeit zum Malen und Zeichnen. Besonders auf Reisen fand er die Zeit dafür. Doch nur ganz wenige Gemälde Fritz Bleyls sind entstanden und eines davon hängt nun im Buchheim Museum! Es ist eine Ansicht von Oberstdorf, was jeder sofort erkennt, der je im Oberallgäu gewesen ist. Fritz Bleyl führte im Herbst 1924 eine Urlaubsreise in diese Gegend. Die Alpenlandschaft inspirierte ihn zu mehreren Aquarellen, Zeichnungen und eben diesem Gemälde. Den leuchtenden Farben von Wiese und Himmel, dem Kontrast aus Ebene und Hochgebirge konnte er offensichtlich nicht widerstehen. Auch als Studien- und Baurat fühlte er sich offensichtlich noch immer seinen künstlerischen Anfängen im Kreis von »Brücke« verbunden.
Wie gut sich das Gemälde in die Werke der Sammlungen Buchheim und Gerlinger einfügt, zeigt die neu gehängte Sammlungspräsentation im Expressionistensaal. Bis zum 18. Oktober 2020 sind hier den Gemälden der Brücke die Werke Max Beckmanns gegenübergestellt. Damit werden zwei Sammlungsschwerpunkte der Bestände in neuen Kombinationen vorgestellt.

Edda Bleyl und Sammlungsleiterin Rajka Knipper bei der Übergabe des Gemäldes im Buchheim Museum, Foto: Nikolaus Steglich, Starnberg