Zehn Jahre nach der Eröffnung des David Chipperfield-Baus präsentiert das Museum Folkwang die Ausstellung „Und so etwas steht in Gelsenkirchen...“ – Kulturbauten im Ruhrgebiet nach 1950 (11. September 2020 bis 10. Januar 2021). Anhand von Wettbewerbsplänen, Modellen, Notizen, Skizzen und Plänen werden die „Biografien“ von einigen der wichtigsten Kulturbauten des Ruhrgebiets der letzten 70 Jahre nachgezeichnet. Zu sehen sind stadtbildprägende Kulturbauten, die die Kernstädte des Ruhrgebiets von der Hochzeit der Schwerindustrie bis zum Strukturwandel zugleich auch als Zentren einer urbanen Kultur auszeichneten. Die Ausstellung ist Teil des Forschungsprojekts Stadt Bauten Ruhr – Forschen Lehren Teilhaben der Kooperationspartner Museum Folkwang, Technische Universität Dortmund und Baukunstarchiv NRW.

 

Die Schau im Museum Folkwang thematisiert die Architektur und baukünstlerischen Besonderheiten der Kulturbauten sowie die mit ihrer Realisation verbundenen (gesellschafts-)politischen Ambitionen und programmatischen Konzepte. Im Ruhrgebiet entstanden ab 1950 zahlreiche Bauten als Austragungsorte des Selbstverständnisses einer zunehmend selbstbewussten Stadtgesellschaft. Das Baukunstarchiv NRW bewahrt umfangreiche Bestände zu diesen wegweisenden Bauprojekten des 20. Jahrhunderts, die nun anhand einer exemplarischen Auswahl für ein allgemeines Publikum zugänglich gemacht werden. Gezeigt werden Präsentationstafeln der Architekten, Wettbewerbs-pläne, originale Skizzen, Modelle, handschriftliche Notizen oder Beispiele für das bauzeitliche Presseecho. Die Ausstellung vermittelt ein breites Spektrum architektonischer Entwurfs- und Präsentationspraxis sowie die Zukunftsorientierung, Innovationskraft und Vielfalt architektonischer Konzepte für Kulturbauten im Ruhrgebiet.

 

In der Nachkriegszeit kam den Kulturbauten eine wichtige Rolle als dynamische Räume der Neu-verhandlung gesellschaftlicher Ideale und Strukturen zu. „Und so etwas steht in Gelsenkirchen …“ erzählt diese Geschichten anhand ausgewählter Projekte: In Dortmund sind es das Baukunstarchiv NRW im ehemaligen Museum am Ostwall und das Naturkundemuseum, in Essen das Museum Folkwang, das Aalto-Theater, das Bürgerhaus Oststadt und der Wiederaufbau des Grillo-Theaters, in Gelsenkirchen das Musiktheater im Revier und das Kunstmuseum, in Duisburg die inzwischen abgerissene Mercatorhalle von 1962, in Bottrop das Josef Albers Museum Quadrat.

 

Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Kloke, Sonja Pizonka, Christin Ruppio und Christos Stremmenos und ist Teil des Forschungsprojekts Stadt Bauten Ruhr – Forschen Lehren Teilhaben der Kooperationspartner Museum Folkwang, Technische Universität Dortmund und Baukunstarchiv NRW.