Fotografische Arbeit präsentiert Recherchen und Arbeiten aus unterschiedlichen Projekten des Künstlers Heinz Peter Knes (*1969, Gemünden am Main) und setzt diese in ein neues Verhältnis zueinander. Die Einzelausstellung umfasst Ausschnitte aus dem Fotoarchiv des Künstlers, sowie neues filmisches Material und Text.

An der Wand entfaltet sich der fotografische Prozess: Fotos bilden Cluster, sind aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und generieren durch neue Konstellationen eine Reihe an formalen, sozialen und politischen Erzählungen. Als offene Struktur angelegt, bildet die 53-teilige Arbeit Prozess einen Zwischenstand ab, der immer fragmentarisch bleibt. Durch den Raum ziehen sich drei Stationen – drei Geschichtsbildern sozusagen – in denen geschichtliches Material in seine Bedeutungsebenen aufgefächert wird und entlang des Begriffs „Arbeit“ auch im Hinblick auf das politische Handeln gelesen werden können. So verbildlicht Knes Momente aus Hannah Arendts Archiv, befasst sich mit den Fotografien aus dem Denkmalensemble des Marx-Engels-Forums in Berlin, in denen von den Kämpfen der Arbeiterklasse erzählt wird und betrachtet Tilman Riemenschneiders Werk zur Zeit des Bauernkrieges. Ursprünglich als Buchprojekte1 angelegt, wird dieses Material erstmals im Ausstellungskontext vertieft.

Welche Indikatoren bestimmen die fotografische Wahrnehmung und wie werden diese interpretiert? Durch die Materialsammlung fokussiert Knes das Produzieren, Zeigen und Lesen von Bildern und ihre Effekte auf das kollektive Bildgedächtnis. Recherche und Prozess werden offengelegt und Fotos aus einer formalen Lesart herausgenommen. Es sind Bilder, die selbst arbeiten und auf der Ebene der Objekte und des Prozesshaften agieren.

„Im Fragment ist schon das Wesen des Ganzen enthalten.“ – Jean-Luc Godard

Fotografische Arbeit ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Knes in Deutschland. Zur Ausstellung erscheint ein Text von dem Autor Dominikus Müller. Die Ausstellung wird von einem digitalen Handapparat begleitet, in dem thematische Vertiefungen, Dialoge und Denkprozesse sichtbar gemacht werden. 

Heinz Peter Knes (*1969, lebt und arbeitet in Berlin). Eine Auswahl bisheriger Einzelausstellungen sind (geworfen, gewehrt), Silberkuppe, Berlin (2016), intimation allover / insinuación expandida, Museo Tamayo, Mexiko City (2015), on distance, Sismografo, Porto (2015). Zu den Gruppenausstellungen gehören Emissaries For Things Abondoned By Gods, Casa Luis Barragán, Mexiko City (2019), Répétition, Villa Empain, Brüssel (2016), Off Broadway, The Wattis Institute, San Francisco (2015).
Fotografien von Knes wurden in zahlreichen internationalen Zeitschriften veröffentlicht, u.a. Basso Magazin, BUTT Magazin, i-D und Purple Magazine.


Öffnungszeiten:
Mittwoch - Sonntag: 14:00 - 18:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: kuenstlerhausbremen.de

Heinz Peter Knes: Prozess ©Heinz Peter Knes
27.09. - 22.11.2020

Heinz Peter Knes: Fotografische Arbeit

Galerie im Künstlerhaus Bremen

Am Deich 68-69
28199 Bremen