Bunt und luftig wie ein Sommermorgen präsentiert die Ausstellung Papierdrachen von immenser Farben- und Formenvielfalt. Nach der langen, coronabedingten Schließzeit der Museen entführt das Herrnhuter Völkerkundemuseum ab dem 12. Juli 2020 in die Welt der Drachen. Die neue Sonderausstellung „Kinder des Windes. Chinesische Papierdrachen aus Weifang“ zeigt zahlreiche zeitgenössische Drachen aus der Privatsammlung Scheps/Glöckner sowie aus dem Bestand des GRASSI Museums für Völkerkunde zu Leipzig.

Neben dem Papier, dem Schießpulver, dem Kompass und dem Buchdruck gelten die Seiden- und Papierdrachen als die fünfte bedeutende chinesische Erfindung. Mit einer mehr als dreitausendjährigen Geschichte kann zurecht von einer langen Drachenbautradition in China sprechen – anfänglich als Kriegsdrachen zum Ausspähen der Feinde und zum Vermessen von Land konstruiert, übermittelten sie später Nachrichten. Ab dem 1. Jahr­hundert n. Chr. wurde das Drachensteigen populär und ist heute ein wichtiger Bestandteil religiöser und kultureller Feierlichkeiten. Je nach Symbolik der Bemalungen werden Wünsche und Hoffnungen ausgedrückt und zu den Himmelsgöttern geschickt. Einige der Drachen versinnbildlichen Glück und Wohlbefinden, Freude und ein langes Leben. Andere sind Böses abwehrende und Sicherheit gebende Drachen und solche, die Helden aus Mythen und Sagen sowie der traditionellen Dichtung darstellen oder auch einfach nur die Liebe verkörpern.

Außerdem bietet die Ausstellung einen kleinen Einblick in den Drachenbau der Oberlausitz. Die Besucherinnen und Besucher können sehen, welche Werkzeuge und Materialien verwendet und Gesetzmäßigkeiten beachtet werden müssen, um einen Drachen herzustellen.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 09:00 - 17:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: voelkerkunde-herrnhut.skd.museum