Vom 25. Oktober 2020 bis 28. Februar 2021 knüpft das Museum an den „Mythos Worpswede“ an, um die Entwicklung dieser legendären Künstlerkolonie von Fritz Mackensen, Hans am Ende und Otto Modersohn bis zu Paula Modersohn-Becker zu zeigen. Insbesondere mit Paula Modersohn-Becker, die im Jahr 2020 in namhaften Institutionen wie die Tate Modern oder die Fondation Beyeler gezeigt wird, gerät das Museum Kronberger Malerkolonie in einen kunsthistorischen Dialog auf internationaler Ebene.

Mit der Vereinigung Fritz Mackensens mit Otto Modersohn von der Kunstakademie Düsseldorf sowie mit Hans am Ende von der Akademie der Bildenden Künste in München wurde Worpswede 1889 zur Künstlerkolonie, der sich viele weitere Künstler und Künstlerinnen anschlossen. Da es Frauen bis 1919 verboten war, staatliche Akademien zu besuchen, gingen sie auf private Malschulen, wie in den „Barkenhoff“, den Heinrich Vogelers 1895 erwarb und zum künstlerischen Treffpunkt in Worpswede etablierte. Dort fand u.a. Paula Becker, die später Otto Modersohn heiratete, ab 1897 künstlerischen Anschluss.

In Worpswede war Paula Modersohn-Becker Schülerin von Fritz Mackensen, der seinen Schülern und Schülerinnen das „innige Nachbilden der Natur“ nahe legte. So wurde die flache Moorlandschaft mit den charakteristischen Birken und dem weiten Himmel zum zentralen Motiv der Worpsweder Künstler und Künstlerinnen. Autonome Farbformen und Eindrücke der Natur prägten ihre Werke.

Aus solchen Begegnungen ergaben sich später verschiedene Künstlerehen. Künstlerinnen wie Modersohn-Becker gerieten aufgrund von gesellschaftlichen Normen in den Zwiespalt, sich zwischen Ehe und Kunst entscheiden zu müssen. Um sich der dörflichen Enge sowie Landschaftsmalerei Worpswedes zu entziehen, ging sie ab 1900 mehrfach nach Paris, wo sie einen über die Worpsweder Verhältnisse hinausgehenden, „modernen“ Abstraktionsgrad, insbesondere in Figurendarstellungen, erreichte. Dort sammelte sie prägende Eindrücke von dem Kolorit der Fauves, der Flächigkeit der Nabis, der Formensprache Cézannes sowie dem Naturbild und der Farbigkeit Gaugins. Mit der Kombination ihrer Erfahrungen aus Worpswede und Paris fand sie zu einer eigenen, selbstbewussten Bildsprache, die sie zu einer Wegbereiterin der deutschen Moderne macht.


Öffnungszeiten:
Mittwoch: 15:00 - 19:00 Uhr
Samstag: 12:00 - 18:00 Uhr
Sonntag (Feiertage): 11:00 - 18:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: kronberger-malerkolonie.com

Otto Modersohn, Sonniger Herbsttag, Öl/Lw, © Worpsweder Kunststiftung F. Netzel
25.10.2020 - 28.02.2021

Mythos Worpswede

Museum Kronberger Malerkolonie

Heinrich-Winter-Straße 4a
61476 Kronberg im Taunus