Die Werke von Sven Drühl beziehen sich seit nunmehr 20 Jahren stets auf die Kunstwerke von anderen Künstlern. Es handelt sich um Bilder über Bilder, sozusagen Abstraktionen zweiter Ordnung. In seiner speziellen Technik aus Öl, Lack und Silikon hat Drühl meist Landschafts- oder Architekturmotive geschaffen, die alle Vorlagen in seinen unverkennbaren Stil zwingen und einer Art Neubewertung und Neuverortung im Sinne eines Remix unterziehen. 

Die Ausstellung im Marburger Kunstverein ist fokussiert auf Werke der letzten 8 Jahre. Seit dieser Zeit entsteht ein neuer Werkblock von Lackbildern, mit denen Drühl den Blick umkehrt: Er bezieht sich nun nicht mehr etwa auf Gemälde, die ihrerseits auf Naturanschauung basieren, sondern verwendet stattdessen nun als Ausgangsmaterial seiner Gemälde vielfach Fotos von Künstlerkollegen wie Sebastião Salgado oder auch Wolfgang Tillmans, aber zunehmend auch rein virtuelle Vorlagen, die er aus den Textur-Hintergründen gerechneter Welten für große Blockbuster-Games extrahiert und in extrem realistisch anmutende Malerei übersetzt. Es entstehen Landschaftsgemälde, die sich eben genau nicht mehr auf eine reale Landschaft beziehen.

Ergänzt werden die Gemälde seit 2019 um detailgetreue monochrom-schwarze Skulpturen von Bergmassiven wie Mont Blanc, Mount Everest oder Matterhorn. Die Bergskulpturen sind eine Verlängerung der Malerei in den Raum.

Sven Drühl (*1968 in Nassau/Lahn) studierte 1991-96 Kunst und Mathematik an der Universität GH Essen und lebt in Berlin.


Öffnungszeiten:
Dienstag: 11:00 - 17:00 Uhr
Mittwoch: 11:00 - 20:00 Uhr 
Donnerstag - Sonntag: 11:00 - 17:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: marburger-kunstverein.de

S.D.C.G.T. V (Oil), 2019, 140 x 100 cm, Öl und Lack auf Leinwand, courtesy ALEXANDER OCHS PRIVATE, Berlin
23.10. - 10.12.2020

Sven Drühl: Apokryphe Landschaften

Marburger Kunstverein

Gerhard-Jahn-Platz 5
35037 Marburg