Anlässlich seines 20jährigen Bestehens widmet sich das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster der langen Beziehung zwischen den Jahrhundertkünstlern Pablo Picasso und Joan Miró. Die Ausstellung „Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft“ (19. September 2020 - 31. Januar 2021) zeichnet mit über 100 Lithografien, Radierungen, Aquatinten, Holzschnitten, Fotografien, Filmen und einem Brief von Joan Miró die sich immer wieder kreuzenden Wege der beiden spanischen Künstler nach. 

Joan Miró (1893-1983) und Pablo Picasso (1881-1973) verband eine lebenslange Freundschaft. Die beiden Männer waren im Hinblick auf ihre Persönlichkeit und ihren Stil jedoch denkbar unterschiedlich. „Picasso und Miró waren in allem völlig konträr und das Geheimnis ihrer Freundschaft ist schwer zu ergründen“, betont Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Trotz ihrer verschiedenen Charaktere und Künstlerpersönlichkeiten haben sich die beiden Spanier hervorragend verstanden. Und die Ausstellung zeigt ihre Kunst in einem spannenden Dialog.“ 

Durch exemplarisch ausgewählte Arbeiten geht die Schau dem Einfluss nach, den der Surrealismus auf Picassos und Mirós Schaffen in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren hatte. Gleichzeitig betont sie ihre individuellen künstlerischen Handschriften: So war Picassos Werk durch häufige Richtungs- und Stilwechsel gekennzeichnet und Miró blieb in seiner Bildsprache eher konstant und gradlinig. Während Miró seine Grafiken minutiös entwarf, ging Picasso operativ, ohne präzise Bildidee ans Werk und konkretisierte diese erst bei der Arbeit. So führte er einmal aus: „Ein Bild ist nicht von vornherein fertig und ausgedacht. Während man daran arbeitet, verändert es sich im gleichen Maße wie die Gedanken.“

Die Ausstellung „Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft“ zeigt erstmalig die vollständige Miró-Kollektion, die der Sparkassenverband Westfalen-Lippe dem Picasso-Museum im August 2020 als Dauerleihgabe übergeben hat. Die Werke spannen einen Bogen von den ersten Radierungen Mirós im Jahr 1938 bis zum Jahr 1981.