Die neue Ausstellung im Museum Schloss Moyland räumt sechs internationalen zeitgenössischen Künstler*innen breiten Raum ein, das Verhältnis von Natur und Kunst aus sehr verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung steht jeweils der Umgang mit Materialien aus der Natur: Sand, Steine, Bäume, Pflanzenteile, Tiere.

Die Natur wird heute meist als gefährdet und schutzbedürftig wahrgenommen. Gleichwohl greift der Mensch weiterhin in sie ein, um sie zu verändern und nach seinen Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten. Zugleich wächst ein Bewusstsein dafür, dass der Mensch selbst Teil der Natur ist. Diese Einsicht verleiht der Auseinandersetzung mit der Natur etwas Existentielles.

Seit Jahren verhandeln Ausstellungen zeitgenössischer Kunst das Thema Natur meist unter Überschriften wie Ecological Art oder Kunst und Klima. In solchen thematischen Ansätzen kommt eine Sichtweise zum Ausdruck, die von den technischen und kulturellen Entwicklungen des Industriezeitalters geprägt ist. Daneben rückt die poetische Betrachtungsweise der Natur in den Hintergrund. Dennoch: Trotz aller Eingriffe und Veränderungen ist die Natur weiterhin ein Inbegriff des Lebens und ein Maßstab für Schönheit. Das Gefühl, in der Natur aufgehoben zu sein und von ihr getragen zu werden, hat nichts von seiner Anziehungskraft und Wahrheit verloren.

Zum Konzept
Das Thema Natur ist im gegenwärtigen Kunstdiskurs hochaktuell. Die breitgefächerte künstlerische Auseinandersetzung mit der Naturthematik äußert sich dabei unter anderem in Werken aus Naturmaterialien und in Arbeiten, die durch die Natur inspiriert sind – die Natur als Lehrmeisterin der Kunst.

Solchen Kunstwerken ist die Ausstellung Natura Artis Magistra gewidmet.
In der Ausstellung geht es um die materielle Präsenz und visuelle Poesie natürlicher Materialien und Formen. Die Schau versammelt eine Auswahl künstlerischer Positionen, die sich der Natur mit dezidiert künstlerischen Fragestellungen zuwenden, um sich mit ihren Formen und Materialien sowie ihrer strukturellen Vielfalt auseinanderzusetzen. Der Fokus liegt auf künstlerischen Arbeiten mit Pflanzen, Tieren und anorganischen Materialien aus der Natur.

Die künstlerischen Arbeiten der Ausstellung lassen die Komplexität des menschlichen Naturbezugs auf zeitgemäße Weise ästhetisch erfahrbar werden. Sie zeigen die Schönheit und Fragilität, aber auch das Unheimliche der Natur. Den sechs Künstler*innen, die zur Ausstellung eingeladen wurden, stand jeweils ein eigener Raum zur Verfügung, um Werke zu präsentieren oder ortsbezogen neu entwickeln.

Teilnehmende Künstler*innen
Anna Artaker, Angela Flaig, Giuseppe Licari, Claire Morgan, Anja Maria Strauss, Elvira Wersche sowie eine Auswahl von Werken aus der Sammlung des Museums Schloss Moyland mit James Lee Byars, Joseph Beuys, Paul Damsté und Corrado Lorenzo