Elf Sekunden, das ist die Durchschnittsdauer, die Museumsbesucherinnen und -besucher im Schnitt vor einem Kunstwerk verbringen. Mit der Ausstellung Anderswelten. Malerei heute möchte das Museum Villa Rot dieser Form der schnelllebigen Betrachtung etwas entgegensetzen. Betrachtung etwas entgegensetzen.

Im Zentrum der Werkschau stehen daher Gemälde, die in fiktiven, irrationalen Bildwelten entführen, die nicht selten von andersartigen Wesen bevölkert sind.

Die Werkschau soll dazu einladen, in diese Anderswelten einzutauchen und darin Alternativen zum alltäglichen Leben zu entdecken. Das gelingt, indem Bekanntes und Erfundenes so miteinander verbunden werden, dass etwas Neues entsteht, das einen in den Bann zu ziehen vermag. 

Zwar ist jede Arbeit ein Extrakt eines subjektiven malerischen Kosmos, der ebenso subjektiv von den Betrachterinnen und Betrachtern gelesen werden kann. Es lassen sich jedoch zwei Tendenzen innerhalb der Ausstellung ausmachen lassen:
Auf der einen Seite stehen Werke, die sich aus dem freien, oft unterbewussten Malprozess ergeben. So entwickeln etwa Juliane Hundertmark, Hyundeok Hwang und Edith Nürnberg hybride Mischwesen, die nicht klar zu verorten sind. Peter Nikolaus Heikenwälder lässt die Besucherinnen und Besucher in schwarze Bildwelten eintauchen, in denen sie abstrakten Gebilden begegnen und Andrey Klassens bildmächtige Tuschemalereien sind voller geheimnisvoller Figuren. Auch Jonas Burgert arbeitet gänzlich ohne Vorstudien und malt seine düsteren, bühnenhaften Szenen direkt auf die Leinwand.

Auf der anderen Seite stehen Kunstschaffende, die für ihre Arbeiten Abbildungen aus dem Internet oder anderen Bildquellen nutzen und die ihre Werke deutlich detaillierter planen. Indem sie diese neu kombinieren oder verändern, schaffen sie alternative Realitäten. Zu den Motivmischern zählen etwa Zhang Rui, Maxim Brandt oder David Czupryn. Simon Pasieka und Florian Rautenberg planen ihre faszinierenden Bildwelten mit großer Sorgfalt und planen deren Wirkung im Voraus.

Allen Arbeiten gemein ist, dass sie die Besucherinnen und Besucher zum Eintauchen in andersartige Welten einladen. So sind viele der Werke als malerische Rückzugsorte zu sehen, in denen die eigene Fantasie angeregt wird.

Mit Werken folgender Künstler*innen
Maxim Brandt / Jonas Burgert / Peter Nikolaus Heikenwälder / Juliane Hundertmark / Hyundeok Hwang / Hortensia Mi Kafchin / Andrey Klassen / Edith Nürnberger / Simon Pasieka / Florian Rautenberg / Rui Zhang


Öffnungszeiten:
Mittwoch - Samstag: 14:00 - 17:00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 11:00 - 17:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: villa-rot.de

Simon Pasieka Nebel, 2014 Öl auf Leinwand 240 x 200 cm
01.11.2020 - 21.02.2021

Anderswelten. Malerei heute

Museum Villa Rot

Schloßweg 2
88483 Burgrieden-Rot