In seiner Kunsthalle zeigt das Museum Villa Rot parallel zur Ausstellung „Anderswelten“ eine Einzelschau mit Werken des Düsseldorfer Malers David Czupryns.

Die großformatigen Werke des Künstlers bestechen durch ihre intensive Farbigkeit und kompositorische Dichte. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass der gebürtige Duisburger sich für seine Werke aus verschiedenen Bildquellen bedient. Kunsthistorische Referenzen, Motive der Popkultur, der Politik und Natur sowie abstrakte Formen arrangiert er zu komplexen, buhnenhaft wirkenden Kompositionen.

Trotz ihrer inhaltlichen und formalen Fülle gelingt es Czupryn, die vielen Details seiner Arbeiten malerisch so miteinander zu verschmelzen, dass sie ausbalanciert wirken. Das hat zur Folge, dass man nicht von der Flut an Informationen und Eindrucken abgeschreckt wird, sondern bereitwillig mit dem Auge das Dargestellte abscannt, um dabei wie auf einem Bildschirm die einzelnen Elemente zu erfassen. Hierbei fallt vor allem das Interesse des Künstlers für die Wiedergabe unterschiedlicher Materialitäten auf. Mit handwerklicher Präzision malt Czupryn Holzmaserungen, Marmorflachen, Metallrohre oder Neonrohren. Gezielt kombiniert der Düsseldorfer vom Menschen bearbeitete, natürliche Stoffe mit synthetischen Werkstoffen. Die inhaltliche Relevanz dieser Kombinationen begründet sich damit, dass verschiedene Stoffe mit unterschiedlichen Kulturen, historischen Ereignissen oder gesellschaftlichen Schichten assoziiert werden. Sie erhalten Wert- und Symbolzuschreibungen, werden imitiert oder verpönt, sind also eng mit menschlichen Wertzuschreibungen verknüpft. Der Künstler selbst spricht in diesem Kontext von „material politics“ [dt.: Materialpolitik]. Dass Czupryns Werke oftmals eine digitale Anmutung besitzen, mag kein Zufall sein. Immerhin hat die Digitalisierung einen großen Einfluss auf das wechselseitige Verhältnis von Subjekt und Material. Welche Folgen genau, lasst sich aktuell nicht beantworten. Die Bilder motivieren jedoch dazu, darüber nachzudenken.

Über den Künstler
David Czupryn (*1983 in Duisburg) studierte zwischen 2007 und 2015 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Georg Herold, Lucy McKenzie und Tomma Abts. Czupryn ist Preisträger des Bergischen Kunstpreises und des Förderpreises Meerbusch sowie Stipendiat der Cité des Arts Paris. Neben Einzelausstellungen im Kunstmuseum Solingen, dem Museum Engen und der Kunsthalle Darmstadt konnte Czupryn seine Werke in Gruppenausstellungen in Deutschland, Italien und Großbritannien zeigen. Der Kunstler lebt und arbeitet in Düsseldorf.


Öffnungszeiten:
Mittwoch - Samstag: 14:00 - 17:00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 11:00 - 17:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: villa-rot.de