Wie kann Wind sichtbar gemacht werden? Lässt sich das Element Luft darstellen? Wie kann fotografisch eingefangen werden, was sich vom menschlichen Auge für gewöhnlich nicht erfassen lässt? Der in Amsterdam lebende Künstler Sjoerd Knibbeler (* 1981) beschäftigt sich mit komplexen Naturphänomenen. Ausgangspunkt ist sein Interesse an der Entdeckung der Welt durch menschliche Fantasie, an Erfindungen und Technologien. Jeder seiner Werkkomplexe setzt akribische Naturbeobachtungen, Experimente und den Austausch mit Wissenschaftler*innen voraus. Auf dieser Grundlage entstehen verschiedenartige Modelle, durch die flüchtige Momente – sei es ein Windstoß oder ein Sonnenstrahl – erfahrbar werden. Im Medium Fotografie lässt Sjoerd Knibbeler die gleichsam unsichtbaren Naturprozesse schließlich in ästhetisch ausgefeilten Bildern sichtbar werden und lädt zur inhaltlichen Auseinandersetzung ein.

Die Ausstellung umfasst vor allem Werke der Serien Surfacing Clouds, Current Studies und Exploded Views. Bereits im Jahr 2017 war der Künstler als Artist in Residence des MKdW ausgewählt worden. Der Aufenthalt auf der Insel Föhr bildete den Auftakt zur jüngsten Serie Exploded Views, die jetzt erstmals umfangreich öffentlich gezeigt wird. Im Sommer 2020 suchte Knibbeler die Insel erneut auf, um sich thematisch dem Klimawandel zuzuwenden und mögliche menschliche Interventionen künstlerisch zu durchdenken. Die daraus hervorgegangenen Werke In Elements werden ebenfalls in dieser Einzelausstellung, die seine erste museale Schau in Deutschland ist, gezeigt.

Der renommierte Künstler wurde u. a. als „Foam Talent“ des Foam Magazines (Amsterdam) sowie mit dem Grand Prix du Jury Photographie in Hyères (Frankreich) ausgezeichnet. Er erhielt den ersten Preis des Backlight 2020 Photo Festivals (Finnland).Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Flankierend ermög- licht ein Rundgang in „MKdW-3D“ den digitalen Ausstellungsbesuch.